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| 2. | Land |
Die Inselkette erstreckt sich von Norden nach Süden über etwa 800 Kilometer. Die größten der zwölf Hauptinseln sind Espíritu Santo (4 856 Quadratkilometer), Malekula (2 023 Quadratkilometer), Erromango (897 Quadratkilometer) und Éfaté (780 Quadratkilometer). Darüber hinaus umfasst die Landfläche noch mehr als 70 kleinere Inseln. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und gebirgig – mit Ausnahme der nur bis 30 Meter hohen Koralleninsel Aniwa im Südosten. Neben neun noch aktiven Vulkanen gibt es drei untermeerische. Der höchste Berg Vanuatus ist der Tabwémasana (1 879 Meter) auf Espíritu Santo. Die meisten Inseln befinden sich im Grenzbereich von Indisch-Australischer Platte und Fidschi-Platte. Dies führt zu tektonischer Instabilität, die für weite Teile Vanuatus kennzeichnend ist und die sich an gelegentlichen Erdbeben und Vulkanausbrüchen zeigt.
Das Klima ist feucht-tropisch mit ganzjährig hohen Temperaturen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 25 °C; die jährliche Niederschlagsmenge zwischen etwa 3 800 Millimetern im nördlichen Teil der Inselgruppe und rund 2 300 Millimetern im Süden. Die Niederschläge konzentrieren sich meist auf die Zeit von November bis April; während dieser Regenzeit wird die Inselgruppe oft von Wirbelstürmen heimgesucht. Demgegenüber ist es von Mai bis Oktober bei Vorherrschen von Passatwinden aus südöstlicher Richtung überwiegend trocken.
Im Norden von Vanuatu wächst – den hohen Jahresniederschlägen entsprechend – immergrüner tropischer Regenwald, der im Inneren mancher Inseln sehr dicht ausgeprägt ist. An den Küsten gedeihen Bestände von Kokospalmen, an flachen Küstenabschnitten auch Mangroven. Im trockeneren Süden Vanuatus sind Trockenwälder und Savannen verbreitet. Es wurden etwa 900 Arten von Blütenpflanzen (einschließlich vieler Orchideen) und Farnen nachgewiesen, 15 Prozent davon sind endemisch.
Zur Insektenfauna gehören etwa 70 Schmetterlingsarten; ein bemerkenswertes Krebstier ist der riesige Palmendieb. Reptilien sind durch Geckos, Skinke und Leguane repräsentiert; der Kurzkammleguan wurde in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf Éfaté eingebürgert. In Vanuatu leben etwa 60 landbewohnende Vogelarten, dazu gehören die Pazifikfruchttaube, der Bänderhabicht, der zur Familie der Eisvögel gehörende Braunbauchliest und der Rostbürzelstar. Die einzigen Landsäugetiere, welche die Inseln aus eigener Kraft erreichten, sind Fledertiere: acht Arten von Fledermäusen und vier Flughundarten, darunter der nur hier lebende Vanuatu-Flughund. In den Küstengewässern leben Dugongs.