Seele
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Seele
2. Östliche Religionen

Im Hinduismus gilt die Seele oder das Selbst (Atman) als das Prinzip, das alle Handlungen steuert und das die Identität und das Bewusstsein des Menschen bestimmt. Die Upanishaden identifizieren Atman mit dem Göttlichen (Brahman). Die an die Materie gebundene Seele ist im Kreislauf der Reinkarnationen gefangen, bis sie Reinigung und Erkenntnis erlangt und mit der letzten Realität verschmilzt. Der Buddhismus lehrt, dass die einzelne Seele eine Illusion sei, die durch verschiedene psychologische und physiologische Einflüsse entsteht. Daher gibt es im Buddhismus keine Vorstellung einer Seele oder eines Selbst über den Tod hinaus. Die buddhistische Auffassung von der Reinkarnation sieht diese als Kette von Folgen, die jedoch keine fortdauernde Identität darstellt. Im Volksglauben des Buddhismus wird der Tod jedoch immer noch als Seelenwanderung betrachtet.

In der traditionellen Religion Chinas gibt es eine duale Vorstellung von der Seele, die aus einem niedrigeren, materielleren Teil (p’o) und einem höheren, geistigen Teil (hun) besteht. Der erste Teil stirbt mit dem Körper, nur der zweite Teil überlebt den Tod, wobei nur der letztere im Ahnenkult verehrt wird.