Frucht
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Frucht
3. Fruchttypen

Früchte werden nach verschiedenen Kriterien eingeteilt. Man unterscheidet zwei Großgruppen: (1) Früchte, die aus einzelnen, randlich mit sich selbst verwachsenen Fruchtblättern bestehen; (2) Früchte, die aus zwei oder mehreren verwachsenen Fruchtblättern aufgebaut sind. Zudem entlassen Früchte auf sehr unterschiedliche Weise ihre Samen: Man unterscheidet Öffnungsfrüchte, die sich bei der Reife selbständig öffnen und die Samen ausstreuen, von Schließfrüchten, die auch bei der Reife geschlossen bleiben.

Zu den Öffnungsfrüchten zählen u. a. die Früchte der Hülsenfrüchtler, z. B. Bohnen und Erbsen, die meist durch eine Hülse gekennzeichnet sind; diese wird aus einem mit sich selbst verwachsenen Fruchtblatt gebildet. Dabei wird die äußere Hülle, quasi die Schale, vom Perikarp erzeugt, die darin enthaltenen Bohnen oder Erbsen sind die Samen. Die Hülsen platzen längs an zwei Seiten auf. Beim Balg, wie ihn die Pfingstrosengewächse und Schwalbenwurzgewächse ebenfalls aus einem Fruchtblatt bilden, platzt nur eine Seite auf. Eine Kapsel besteht hingegen aus zwei oder mehr Fruchtblättern. In den Kapseln der Mohngewächse entstehen zum Ausstreuen der Samen Poren, einem Pfefferstreuer vergleichbar. Die Kapseln der Wegerichgewächse öffnen sich an einer horizontal rund um die Kapsel verlaufenden Linie, so dass sich vom oberen Teil ein Deckel löst und die Samen freigesetzt werden können. Die für Kreuzblütler typische Schote ist eine zweikammerige trockene Frucht, die an zwei Nähten aufplatzt und die auf einem dünnen Häutchen sitzenden Samen freigibt. Bei der für Gräser typischen Frucht, der Karyopse (einer Nuss-Sonderform), ist die dünne Samenwand mit dem ebenfalls dünnen Perikarp verwachsen. Die Achäne, die Frucht der Korbblütler und ebenfalls eine Sonderform der Nuss, besitzt oft noch Reste des Kelchs der Blüte, der dann als Schirmchen, wie beim Löwenzahl wohlbekannt, für eine sehr effektive Verbreitung sorgt.

Bei der Betrachtung der Anatomie der Früchte ist vor allem die Bildung von Äpfeln (aber auch Birnen) und die Entwicklung der Erdbeeren von Interesse. Beim Apfel beginnt mit der Bestäubung der Blütenboden (also keines der Blütenorgane) zu wuchern und umhüllt mit saftigem Fruchtfleisch die eigentliche Frucht, die aus den pergamentartigen Kammern und den eingeschlossenen braunen Samen besteht. Auf der dem Apfelstiel gegenüber liegenden Seite des Apfels befindet sich meist ein kleines Loch, das von kleinen, vertrockneten Blättchen umgeben ist; dabei handelt es sich um die ehemaligen, jetzt hochgeschobenen Kelchblätter. Bei der Erdbeere erfolgt die Entwicklung nach einem „Luftballonprinzip”. Der Boden unter den zahlreichen einzelnen Fruchtknoten bläht sich auf, so dass die eigentlichen Früchte, winzige Nüsschen, auf die Außenseite der Erdbeere zu liegen kommen. Die zugehörigen Kelchblätter findet man ebenfalls, aber diesmal dort, wo sie ursprünglich waren, nämlich am Stielansatz. Sowohl bei Erdbeeren als auch bei Äpfeln, Birnen oder Quitten isst man nur sekundär entwickeltes Blütengewebe.