| Armut | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 4. | Armut in der Dritten Welt |
Dem Human Development Report 2006 zufolge muss ein Drittel der Weltbevölkerung täglich mit weniger als einem US-Dollar pro Kopf auskommen. 20 Prozent der Weltbevölkerung gelten als chronisch unterernährt, Zehntausende sterben jedes Jahr an Hunger und Unterernährung; rund 80 Prozent leben in weniger entwickelten Regionen. Unter den Armen der Dritten Welt ist die Kindersterblichkeitsrate deutlich höher und die Lebenserwartung niedriger als in den Industriestaaten. Lediglich im Bildungsbereich ist seit den sechziger Jahren eine positive Entwicklung zu verzeichnen.
Armut ist nicht zuletzt auch ein Indikator für das wirtschaftliche Verhältnis zwischen den Industriestaaten und den so genannten Entwicklungsländern, wobei die Armut der Letzteren ursächlich mit der Anhäufung von Reichtum in den Ersteren zusammenhängt, was man als Nord-Süd-Gefälle bezeichnet (siehe Nord-Süd-Konflikt). Seit Anfang der siebziger Jahre hat sich der Anteil des ärmsten Fünftels der Weltbevölkerung am Welteinkommen von 2,3 auf heute 1,4 Prozent verringert, während zugleich der Anteil des reichsten Fünftels von 70 auf 85 Prozent angewachsen ist.
Das Jahr 1996 hatten die Vereinten Nationen zum Jahr der Bekämpfung der Armut ausgerufen, den Zeitraum von 1997 bis 2006 zur Dekade der Abschaffung der Armut. Von der Erreichung dieses hohen Ziels kann jedoch keine Rede sein; dies liegt u. a. an der nachlassenden Hilfsbereitschaft der reichen Länder, der steigenden Verschuldung sowie den ungenügenden Anstrengungen der Entwicklungsländer, die Armut zu bekämpfen.
Die armen Staaten haben neben zunehmender Armut auch noch mit einer wachsenden Bevölkerung zu kämpfen, während sich in den westlichen Industriestaaten ein immer größerer Reichtum anhäuft. Die sich aus dieser Konstellation zwangsläufig ergebenden Wanderungsbewegungen aus den armen in die reichen Regionen der Welt bedeuten ein erhebliches Konfliktpotential für die zukünftige weltpolitische Entwicklung.