Code civil
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Code civil
4. Nachwirkung

Die Verabschiedung des Code civil gab den Auftakt zur vollständigen Neuordnung des Rechtswesens. Unter Napoleon wurden vier weitere Gesetzbücher verabschiedet: das Zivilprozessbuch (Code de procédure civile, mit der Einführung des Grundsatzes der mündlichen und öffentlichen Verhandlung,1806), das Handelsgesetzbuch (Code de commerce, 1807), die Strafprozessordnung (Code d’instruction criminelle, 1808) und das Strafgesetzbuch (Code pénal, mit Einführung des Schwurgerichts nach englischem Vorbild, 1810).

Napoleon ließ das neue Recht auch in den von Frankreich annektierten oder als Tochterrepubliken beherrschten Gebieten einführen, und die von Frankreich abhängigen süd- und westdeutschen Staaten des Rheinbundes übernahmen den Code civil ebenfalls. Nach dem Sturz Napoleons 1815 und dem Zusammenbruch seines Imperiums galt er vielfach weiter, so z. B. in Deutschland in Teilen Bayerns und der Pfalz, in Baden und in den linksrheinischen Gebieten Preußens. 1900 trat in diesen Gebieten wie im gesamten Deutschen Reich das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in Kraft, deren Verfasser sich in vielen Punkten stark am Code civil orientierten. Zahlreiche weitere Länder übernahmen im 19. Jahrhundert den Code civil inhaltlich, darunter Rumänien, Portugal, Spanien, Ägypten, lateinamerikanische Staaten sowie einige Bundesstaaten der USA. Außer in Frankreich ist der Code civil heute noch in Belgien und Luxemburg gültig.