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| 1. | Einleitung |
Utah, Bundesstaat in den USA, der im Norden an Idaho, im Nordosten an Wyoming, im Osten an Colorado, im Süden an Arizona und im Westen an Nevada grenzt.
Utah trat der Union am 4. Januar 1896 als 45. Bundesstaat bei. Utah ist nach den in der Region ansässigen Ute benannt worden. Die wichtigsten Städte sind die Hauptstadt Salt Lake City, Provo und Ogden.
| 2. | Land |
Mit einer Fläche von 219 887 Quadratkilometern ist Utah der dreizehntgrößte US-Bundesstaat. Die größte Ausdehnung beträgt in Nord-Süd-Richtung 555 Kilometer und in West-Ost-Richtung 445 Kilometer. Die Höhe liegt zwischen 610 Metern entlang dem Beaverdam Creek im äußersten Südwesten und 4 123 Metern auf dem Kings Peak in den Uinta Mountains im Nordosten.
| 1. | Physische Geographie |
Utah hat Anteil an drei landschaftlichen Großräumen. Das Große Becken im Westen wird nach Osten durch die Wasatchkette der Rocky Mountains begrenzt. Diese Gebirgskette erstreckt sich von Norden nach Süden durch Utah. Von Osten nach Westen verlaufen die Uinta Mountains. Im Osten liegt das Colorado Plateau, das von Flüssen tief eingeschnitten wurde. Bekannte Schluchten sind z. B. Bryce Canyon, Zion Canyon und Gray Canyon.
| 2. | Flüsse und Seen |
Zu den wichtigsten Flüssen gehören der Colorado mit zwei seiner Nebenflüsse (Green River und San Juan) sowie der Sevier River. Die beiden größten natürlichen Seen Utahs, der Große Salzsee und Utah Lake, bildeten sich aus dem eiszeitlichen Lake Bonneville. Der Wasserspiegel dieser Seen steigt und fällt mit den Feucht- und Trockenperioden. Der Große Salzsee ist im Gegensatz zum Utah Lake ein abflussloser See und zeichnet sich durch einen hohen Salzgehalt aus. Der größte künstliche See Utahs ist der Lake Powell, der den Colorado staut.
| 3. | Klima |
Die jährliche Durchschnittstemperatur schwankt zwischen 0 °C in den Uinta Mountains im Nordosten und 16,1 °C im Südwesten. Die meisten Regenfälle treten im Sommer in Form von Gewittern auf, und es kommt oft zu Überschwemmungen.
| 4. | Flora und Fauna |
In Utah gibt es über 4 000 Pflanzenarten, darunter u. a. den Mesquitebaum und die Yuccapalme. Etwa 28 Prozent der Fläche Utahs sind bewaldet. Zu den wichtigsten Baumarten zählen Kiefer, Tanne, Fichte und Espe.
Unter den zahlreichen Tierarten finden sich Maultierhirsche, Präriehunde und verschiedene Echsen- und Schlangenarten. In den Flüssen und Seen Utahs findet man u. a. Forellen, Katzenwelse und Barsche.
| 3. | Bevölkerung |
Utah hat etwa 2,65 Millionen Einwohner. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei etwa 12 Einwohnern je Quadratkilometer. Weiße haben einen Anteil von ungefähr 89,2 Prozent, Schwarze von etwa 0,8 Prozent. Zu den Minderheiten zählen die Angehörigen der Navajo, Ute, Gosiute oder Schoschonen.
| 4. | Bildung und Kultur |
Die erste Schule Utahs wurde 1847 von Mormonen in Salt Lake Valley gegründet. In Utah sind im Jahr 2001 13 öffentliche und 14 private Hochschulen ansässig. Zu den bekanntesten Universitäten zählen die University of Utah und das Utah Technical College in Salt Lake City.
Das kulturelle Zentrum Utahs ist Salt Lake City, hier befinden sich ein Planetarium, der zoologische Garten Hogle und zahlreiche Museen.
| 1. | Sehenswürdigkeiten |
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Nationalparks Zion und Bryce Canyon. Historische Stätten erinnern an die Indianer und an die mormonischen Siedler. Im Newspaper Rock State Park kann man indianische Petroglyphen und Piktographien besichtigen, im Hovenweep National Monument im äußersten Südosten findet man alte indianische Höhlenwohnungen. Das Golden Spike National Historic Site erinnert an die Fertigstellung der ersten transkontinentalen Eisenbahn der Vereinigten Staaten (1869).
| 2. | Sport und Erholung |
Die Wälder und Nationalparks, Berge, Seen und Flüsse bieten reichlich Gelegenheit zum Campen, Jagen, Fischen, Reiten, Wandern und für Wintersport. Utah besitzt mehrere große Skigebiete, z. B. Sundance Ski Area in Provo, Alta Ski Area in Alta, Snowbird Ski and Summer Resort in Snowbird und Powder Mountain Ski Area in Eden. Beliebte Erholungsgebiete sind auch der Bryce Canyon Nationalpark, der Glen Canyon und der Zion Nationalpark.
| 5. | Verwaltung und Politik |
Die Verfassung ist seit 1896 in Kraft. An der Spitze der Verwaltung steht der Gouverneur, der vom Volk für vier Jahre gewählt wird und beliebig oft wieder gewählt werden kann.
Die Gesetzgebung liegt bei einem Zweikammerparlament, das sich aus Senat und Repräsentantenhaus zusammensetzt. Die 29 Mitglieder des Senats werden für vier, die 75 Mitglieder des Repräsentantenhauses für zwei Jahre gewählt.
Auf nationaler Ebene wird Utah durch zwei Senatoren und drei Abgeordnete vertreten. Bei Präsidentschaftswahlen besitzt Utah fünf Wahlmännerstimmen.
| 6. | Wirtschaft |
Der wichtigste Bodenschatz ist Kupfer. Weitere bedeutende Rohstoffe sind Kohle, Erdöl, Silber, Uran und Erdgas.
Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttosozialprodukt beträgt 0,60 Prozent. Bedeutung haben der Weizenanbau sowie die Viehzucht.
Die Industrie erwirtschaftet etwa 10,37 Prozent des Bruttosozialprodukts. Wichtige Produkte sind Industriemaschinen, Transportmittel, Präzisionsinstrumente, Nahrungsmittel und elektronische Geräte.
| 7. | Geschichte |
Das Gebiet des heutigen Utah wurde bereits seit etwa 9000 v. Chr. von Indianerstämmen bewohnt. Der östliche Landesteil wurde von Ute besiedelt, im Nordwesten ließen sich die Gosiute, im Südwesten die Süd-Paiute und im Südosten die Navajo nieder.
Als erster Europäer erreichte Francisco de Coronado 1540 den südlichen Teil Utahs. Spanische Missionare aus Santa Fe gelangten 1776 in Richtung Norden bis zum Utah Lake. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts kamen vor allem Pelzjäger in das Gebiet, ihnen folgten Siedler, die Utah durchquerten, um nach Kalifornien und Oregon zu gelangen.
| 1. | Die Mormonen |
1847 erreichten die ersten Mormonen, die in Ohio, Missouri und Illinois wegen ihrer religiösen Überzeugung verfolgt wurden, Utah und gründeten Salt Lake City. Die Besiedlung setzte sich fort, und 1852 zählte man in Utah bereits 15 000 Mormonen. Im Frieden von Guadalupe Hidalgo (1848), der den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg beendete, fiel die Region an die Vereinigten Staaten. Zunächst wurden die Regierungsfunktionen von Vertretern der Mormonen wahrgenommen. 1849 wurde der „State of Deseret” gebildet und die Aufnahmen in die Union angestrebt. Der Kongress verweigerte zunächst diese Aufnahme, weil Kirche und Staat nicht durch die Verfassung getrennt waren, kein Recht auf freie Religionsausübung bestand und die Polygamie nicht verboten war. 1850 wurde das Territorium Utah gebildet.
| 2. | Aufnahme in die Union |
Utah ersuchte 1854 und 1856 um Aufnahme in die Union, aber der Kongress lehnte dies ab. 1862 verabschiedete die US-Regierung ein Gesetz gegen die Polygamie. Die Ankunft von Nicht-Mormonen führte zu erheblichen Spannungen in der Bevölkerung. Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg kamen durch die Inbetriebnahme der transkontinentalen Eisenbahn 1869 immer mehr Nicht-Mormonen nach Utah. Nachdem u. a. Religionsfreiheit und der Verzicht auf Polygamie in der Verfassung festgeschrieben wurden, wurde Utah am 4. Januar 1896 in die Union aufgenommen.
| 3. | Das 20. Jahrhundert |
Im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts wuchsen die Wirtschaft und die Einwohnerzahl Utahs schnell an. 1910 zählte Utah 370 000 Einwohner, 1906 wurde am Bingham Canyon das zur damaligen Zeit größte Kupferbergwerk der Welt geöffnet. Nach dem 2. Weltkrieg waren die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise überwunden. Als Uran-, Öl- und Erdgasvorkommen entdeckt wurden, kam es zu einem neuerlichen wirtschaftlichen Wachstum.