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Lösungsmittel, Stoffe, mit denen man andere Stoffe auf physikalischem Weg in Lösung bringt.
Allgemein versteht man unter Lösungsmitteln organische und anorganische Flüssigkeiten, die in der Lage sind, gasförmige, flüssige oder auch feste Substanzen zu lösen. Bei diesem Vorgang werden weder das Lösungsmittel noch der gelöste Stoff chemisch verändert. Bei anorganischen Lösungsmitteln kennt man protonenhaltige (z. B. Wasser, Salpetersäure, flüssiges Ammoniak), protonenfreie (z. B. flüssiges Schwefeldioxid), wässrige sowie nichtwässrige, polare und nichtpolare Lösungsmittel. In ähnlicher Weise lässt sich diese Einteilung auch auf organische Lösungsmittel übertragen. Zu den wichtigsten organischen Lösungsmitteln zählen z. B. Alkohole, Ethylenglykol (1,2-Ethan-diol), Glycerin, Ether, Ketone, Ester und Kohlenwasserstoffe. Eine besondere Form bilden die so genannten ionischen Flüssigkeiten. Hierbei handelt es sich um Salzgemische, die bei Raumtemperatur flüssig sind. Sie weisen sowohl positive als auch negative Ladungen auf und eignen sich, da sie nicht verdampfen, als Lösungsmittel für z. B. gesundheitsgefährdende Chemikalien.
Aus wirtschaftlichen Gründen verwendet man häufig keine reinen Lösungsmittel, sondern Gemische, die die Lösungseigenschaften vereinen, wobei Ähnliches von Ähnlichem gelöst wird. So lösen sich beispielsweise etherische Öle in Alkohol und Benzin. Wasser (H8OH) löst z. B. das chemisch ähnlich aufgebaute Methanol (CH38OH), Hexan (C6H12) löst Kohlenwasserstoffe (CnH2n+2) und Benzol (C6H6) löst Naphthalin (C10H8). Viele Lösungsmittel sind feuergefährlich, brennbar und zum Teil auch mehr oder weniger stark giftig. Die meisten von ihnen stellen deshalb so genannte Gefahrenstoffe dar und müssen daher mit entsprechenden Gefahrsymbolen gekennzeichnet werden.
Siehe auch Kolloid