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| 2. | Meeresbewohner |
Viele Walarten und zahlreiche Raubfische trifft man in allen Meeren an. Die meisten Meeresbewohner sind jedoch auf relativ engumgrenzte Klimazonen beschränkt. Diese Verbreitungsgebiete verlassen sie in der Regel nicht. Ist eine solche Klimazone durch eine Landmasse unterbrochen, können sich die Tiere nicht einmal innerhalb der Zone ungehindert bewegen.
Im Meer herrschen in den einzelnen Tiefenschichten sehr unterschiedliche Umweltbedingungen. Die Wassertemperatur sinkt mit zunehmender Tiefe, und gleichzeitig steigt der Druck. Auch die Nährstoffversorgung, die von Zahl und Art der vorhandenen Pflanzen und Tiere abhängt, wechselt in den verschiedenen Tiefenschichten erheblich. Die Meerestiefe variiert viel stärker als das Relief an Land. Deshalb handelt es sich bei den wenigen weltweit verbreiteten Meerestieren um Arten, die an der Oberfläche oder relativ dicht darunter leben. Tiere, die in Tiefen von 6 000 bis 7 500 Metern zu Hause sind, können einen untermeerischen Bergrücken, der bis 3 000 Meter unter die Oberfläche reicht, nicht überqueren.
Wenn man annimmt, dass Temperatur, Druck und Ernährungsbedingungen jeweils relativ einheitlich sind, kann man die Lebensräume im Meer in drei Zonen einteilen: Litoral, pelagische Zone und Tiefsee. Zum Litoral gehören die Küstengebiete der Meere bis in eine Tiefe von etwa 180 Metern. Die Tierwelt dieses Bereichs besteht aus dem reichhaltigen Leben der Küstengewässer mit Korallen, Muscheln, höheren Krebsen und Fischen. Die pelagische Zone umfasst das Oberflächenwasser auf dem offenen Meer bis in die Tiefe des Litorals. Viele pelagische Arten, z. B. Quallen und Fische, die eine Schwimmblase besitzen, sind daran angepasst, passiv im Meer zu treiben. Die meisten Bewohner dieses Bereichs sind jedoch aktive Schwimmer. Die Tiefsee schließlich ist der tiefe, lichtlose Teil der Ozeane. Dort gibt es so gut wie kein pflanzliches Leben. Die Tiefseetiere (z. B. Krebse) ernähren sich von abgestorbenen Lebewesen, die aus der pelagischen Zone herabsinken. Ein einzigartiges Element dieser Umwelt sind Lebensgemeinschaften an heißen Quellen des Meeresbodens. Die Nahrungsketten dieser Gemeinschaften gründen sich auf schwefelverwertende Bakterien.