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| 1. | Einleitung |
Goa, auch Panji, kleiner Bundesstaat im Südwesten Indiens. Er grenzt im Norden an den Bundesstaat Maharashtra und im Osten und Süden an Karnataka. Bevor Goa im Mai 1987 zu einem indischen Bundesstaat wurde, gehörte es seit 1962 zu dem nach seinen drei Gebieten benannten Unionsterritorium Goa, Daman and Diu; Daman und Diu (siehe unten) behielten auch nach 1987 ihren Status als Unionsterritorium bei.
| 2. | Land |
Goa hat eine Fläche von 3 702 Quadratkilometern. Die Hauptstadt dieses Bundesstaates ist Panaji (früher Goa), ein Ballungsgebiet mit circa 70 000 Einwohnern; weitere wichtige Städte sind Mormugao und Madgaon. Goa hat etwa 1,34 Millionen Einwohner (2001).
| 3. | Bodenschätze und Wirtschaft |
Das Festland Goas an der Malabarküste ist der größte und aus geschichtlicher Sicht bedeutendste Teil des ehemaligen Unionsterritoriums. Die Wirtschaft beruht vorwiegend auf Landwirtschaft; die Hauptprodukte sind Reis sowie Obst, Kokosnüsse, Hülsenfrüchte und Cashewnüsse. Auch die Fischerei spielt eine große Rolle. Ferner wird in geringem Umfang Mangan, Eisenerz und Bauxit abgebaut. Seit den siebziger Jahren hat außerdem der Tourismus stark zugenommen.
| 4. | Sehenswürdigkeiten |
Goa, die alte Stadt der Hindus (Sanskrit Gove, Govapuri oder Gomant), ist heute völlig zerstört. Das nahe gelegene Alt-Goa (portugiesisch Velha Goa), 1479 gegründet und 1510 von den Portugiesen erobert, ist inzwischen ebenfalls fast vollständig unbewohnt, aber es stehen dort noch einige alte Gebäude, die von der Kolonial- und der Missionsgeschichte zeugen. Zu diesen gehören die von dem portugiesischen Eroberer Alfonso de Albuquerque 1511 errichtete Kathedrale sowie das Kloster Saint Francis of Assisi (nach Franz von Assisi) aus dem Jahr 1517. Die zu einer Kirche umgebaute Moschee Bom Jesus stammt aus der gleichen Zeit und birgt das Grab des spanischen Jesuitenmissionars Franz Xaver, der 1542 mit seiner Missionsarbeit in Indien begann. Die Kirchen und Klöster von Goa sind seit 1986 Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Während seiner Blütezeit (von etwa 1575 bis 1675) hatte Alt-Goa ungefähr 20 000 Einwohner. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Stadt durch kriegerische Konflikte fast völlig zerstört. 1759 wurde die Hauptstadt nach Neu-Goa (heute Panaji) verlegt.
| 5. | Geschichte |
Im 15. Jahrhundert gehörte Goa zum Sultanat von Bijapur, wurde jedoch 1510 von den Portugiesen erobert. Zusammen mit Daman und Diu bildete Goa seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts die wichtigsten Handelsstützpunkte der Portugiesen und gehörte zu Portugiesisch-Indien. Sie wurden in Form von Kolonien verwaltet. 1961 besetzten indische Truppen das Gebiet; seitdem bildet es einen Teil der Republik Indien.
| 6. | Daman and Diu |
Die Stadt Daman (portugiesisch Damão) an der Küste des Golf von Khambhat, nördlich von Bombay gelegen, wurde 1531 von den Portugiesen geplündert. Diese errichteten dort 1558 eine ständige Kolonie. Das Territorium von Daman umfasst das Gebiet der gleichnamigen Hafenstadt, über die der gesamte Handel mit der Ostküste Afrikas abgewickelt wird, sowie deren Hinterland.
Die Insel Diu ist etwa 13 Kilometer lang und rund drei Kilometer breit. Sie liegt vor dem Südzipfel der Halbinsel Kathiawar (westlich des Golf von Khambhat) im Arabischen Meer. Durch ein Abkommen mit der heimischen Bevölkerung konnten die Portugiesen 1535 auf Diu ein Fort erbauen. Das Territorium von Diu umfasst heute die Insel sowie zwei kleine Gebiete auf dem angrenzenden Festland.
Zusammengenommen bilden beide Regionen das Unionsterritorium Daman and Diu, das über eine Gesamtfläche von 113 Quadratkilometern und eine Einwohnerzahl von etwa 158 000 (2001) verfügt.