Luftverschmutzung
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Luftverschmutzung
1. Einleitung

Luftverschmutzung, auch Luftverunreinigung, Verunreinigung der Atmosphäre durch luftfremde gasförmige, flüssige oder feste Abfallstoffe oder Nebenprodukte, die für das Wohlergehen von Menschen, Tieren und Pflanzen schädlich sein können, die verschiedene Materialien und die Bausubstanz angreifen, die Sicht trüben oder unerwünschte Gerüche erzeugen.

Gasförmige Stoffe, die in der „reinen” Luft nicht bzw. in geringerer Konzentration vorkommen, sind u. a. Ammoniak, Fluorwasserstoff, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Schwefelwasserstoff. Zu den festen luftfremden Stoffen zählen z. B. Pollen, Sporen von Farnen und Moosen sowie Bakterien. Natürliche Quellen der Luftverschmutzung sind Sand- und Staubstürme, großflächige Brände in Wäldern oder Steppen, kosmische Stäube, Vulkanausbrüche und das radioaktive Gas Radon, das Lungenkrebs auslösen kann. Radon ist ein Nebenprodukt des radioaktiven Zerfalls von Uranmineralien in bestimmten Gesteinsarten. Das Gas dringt in die Keller von Häusern, die auf diesem Gestein erbaut wurden. Die künstlich erzeugte Luftverschmutzung wird durch Industrie, Energieerzeugung, Atomwaffenversuche, Kraftfahrzeuge und die privaten Haushalte verursacht. Siehe auch Umwelt

Jedes Jahr erzeugen die Industrienationen Milliarden Tonnen Schadstoffe und verändern dadurch die Luftqualität. Ein geringer Teil der Schadstoffe wird durch die natürliche Konvektion verteilt und dann z. B. von Bodenbakterien auf natürliche Weise biologisch verarbeitet. Durch die gestiegene Industrialisierung, die hohe Bevölkerungszunahme und das steigende Verkehrsaufkommen erreicht die Konzentration der Luftschadstoffe vor allem in den letzten Jahrzehnten bedenkliche Ausmaße. Die häufigsten und am weitesten verbreiteten Luftschadstoffe sind in unserer Tabelle aufgeführt. Das Ausmaß der Belastung wird normalerweise als Konzentration in der Atmosphäre (Mikrogramm Schadstoffe pro Kubikmeter Luft) angegeben. Für Gase wird es als Teilchen pro Million angegeben: Genannt wird die Anzahl von Schadstoffmolekülen pro eine Million Luftmoleküle. Viele Schadstoffe stammen aus direkt identifizierbaren Quellen: Schwefeldioxid entsteht u. a. in Heizkraftwerken, die Kohle oder Öl verbrennen. Andere Schadstoffe entwickeln sich durch den Einfluss des Sonnenlichtes auf zuvor emittierte reaktive Stoffe (diese sind also Vorstufen). So entsteht Ozon – in den unteren Schichten der Atmosphäre ein gefährlicher Schadstoff – durch die Reaktion von Kohlenwasserstoff und Stickstoffoxiden unter dem Einfluss des Sonnenlichtes. Ozon kann Gesundheitsschäden und Ernteschäden verursachen, wenn es in den unteren Luftschichten in zu hoher Konzentration vorkommt. Lebenswichtig ist dagegen die Ozonschicht, die sich in 20 bis 30 Kilometer Höhe über der Erdoberfläche befindet, da sie die Erde vor der schädlichen ultravioletten Strahlung schützt. In den achtziger Jahren wurde entdeckt, dass Luftschadstoffe wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe zu einer Zerstörung dieser Schutzschicht führen, die vor allem an den Polen schon sehr weit fortgeschritten ist. Deshalb wird versucht, die Verwendung dieser Produkte, die sich z. B. als Treibmittel in Sprühdosen befinden, zu reduzieren bzw. zu vermeiden.