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Dagö

Dagö (estnisch Hiiumaa), Insel vor der Westküste Estlands in der Ostsee, südwestlich der Einfahrt in den Finnischen Meerbusen.

Die 961 Quadratkilometer große Insel ist eine der größten der Ostsee und bildet einen estnischen Landkreis. Die höchste Erhebung der überwiegend flachen Insel erreicht 68 Meter. Der nördliche Teil und das Binnenland werden von Wäldern und Mooren eingenommen, Teile des Südens werden ackerbaulich genutzt. Die landwirtschaftliche Produktivität ist jedoch gering, weshalb die Fischerei den wichtigsten Erwerbszweig der Bevölkerung darstellt. Kärdla an der Nordostküste ist die einzige größere Siedlung und politisches Zentrum des Landkreises. Eine Sehenswürdigkeit ist das etwa 20 Kilometer südöstlich von Kärdla gelegene Gutsschloss Suuremõisa. Die im Stil des Spätbarock 1762 erbaute Anlage umfasst 64 Räume. In den Schilfwiesen der vorgelagerten Insel Kassari finden zahlreiche seltene Pflanzen und Vögel geeigneten Lebensraum.

Dagö wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts vom Deutschen Orden eingenommen und 1560 dänisch. 1582 kam die Insel unter schwedische Herrschaft, und in der Folgezeit ließen sich hier viele Schweden nieder. Noch heute sind viele der circa 12 000 Bewohner von Dagö schwedischer Abstammung. 1721 wurde die Insel von Russland annektiert, das sie 1919 an Estland abtrat. Zusammen mit Estland wurde Dagö 1940 Teil der UdSSR und 1991 unabhängig.