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| 4. | Ansprüche an Klima und Boden |
Bäume gedeihen überall, wo im größten Teil des Jahres genügend Wasser vorhanden ist und ausreichende Temperaturen gegeben sind. In Wüstengebieten oder Regionen, wo das Wasser gerade für Graslandvegetation ausreicht, gibt es nur wenige Bäume. Hier wachsen Bäume nur bei künstlicher Bewässerung, in Wüstenoasen oder als Galeriewälder entlang von Flüssen oder Bächen, wo sie das Grundwasser nutzen, das auch nach dem Versiegen des temporär fließenden Oberflächenwassers noch verfügbar ist. In hohen Gebirgslagen, z. B. am Kilimanjaro, oder in kälteren Breiten wird das Baumwachstum durch die kurze Vegetationsperiode bestimmt, so dass sich aus der Kombination von niedrigen Temperaturen und/oder geringer Sonneneinstrahlung eine Grenze für das Baumwachstum (Baumgrenze) einstellt. Selbst für die relativ kältegewohnten Koniferen reicht der sehr kurze Sommer nicht aus, um Nadeln und Samen reifen zu lassen. Vereinzelt an der Baumgrenze verkrümmt und verdreht wachsende Bäume werden Krummholz genannt. Unter idealen Bedingungen jedoch wachsen Bäume in großen Gruppen und bilden in Form von Wäldern eigene Ökosysteme.
Die Klima- und Bodenansprüche von Bäumen variieren von Art zu Art. Die meisten Baumarten sind weit verbreitet, wobei aber meist nur ein kleiner Teil ihres Verbreitungsgebiets den Bäumen ein optimales Wachstum ermöglicht. Die häufigste Art in einem bestimmten Gebiet wird als dominant bezeichnet. In vielen Waldgebieten Mitteleuropas dominiert beispielsweise die Rotbuche (siehe Buchengewächse). Wie 1999 im Wissenschaftsmagazin Nature berichtet wurde, entfalten europäische Bäume ihre Blätter seit einigen Jahren durchschnittlich sechs Tage früher, da der Frühling früher einsetzt, und sie werfen die Blätter mit dem späteren Herbstbeginn fünf Tage später ab als in den sechziger Jahren. Diese Verlängerung der Wachstumsphase gilt als Folge der globalen Erwärmung.