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| 2. | Eigenschaften von Explosivstoffen |
Die Explosivstoffe lassen sich nach ihrer Explosions- oder Detonationsgeschwindigkeit bestimmen. Bei schwach explosiven Stoffen liegen die Geschwindigkeiten bei mehreren Zentimetern pro Sekunde. Bei hochexplosiven Stoffen reichen sie von 900 bis zu 10 000 Metern pro Sekunde. Je nach ihren anderen wichtigen Eigenschaften werden diese Stoffe für die unterschiedlichsten Anwendungen eingesetzt. Entscheidend sind z. B. das Zündverhalten und die Stabilität gegenüber Wärme, Kälte oder Feuchtigkeit. Die Brisanz (auch Stoßdruck genannt) bzw. die zerstörende Wirkung eines Explosivstoffes hängt von seiner Detonationsgeschwindigkeit ab. Bei einigen moderneren Sprengstoffen liegt sie bei rund 1 000 Metern pro Sekunde. Diese Stoffe werden meist für militärische Zwecke eingesetzt. In Steinbrüchen und im Bergbau sind häufig größere Gesteinsbrocken abzusprengen. Dafür eignen sich Explosivstoffe mit geringerer Detonationsgeschwindigkeit. Die Treibladungen in Gewehren (Hand- und Faustfeuerwaffen) und Kanonen sollten noch langsamer abbrennen, weil ein stetig ansteigender Druck auf das Projektil im Lauf günstiger ist als ein plötzlicher Stoß. Ein solcher könnte im Extremfall den Lauf auseinandersprengen.
Manche speziellen Explosivstoffe sind gegen Wärme oder mechanische Stöße empfindlich (Temperatur- und Schlagempfindlichkeit). Sie dienen zum Zünden von weniger empfindlichen Sprengstoffen mit hoher Sprengkraft. Hochexplosive Sprengmittel werden oft mit inerten (nicht wirksamen) Materialien gemischt, um ihre Empfindlichkeit und Brisanz herabzusetzen. Ein wichtiges Beispiel hierfür ist Dynamit, bei dem Nitroglycerin (exakter Name: Glycerintrinitrat) mit Kieselgur vermischt ist (Alfred Nobel).