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| 3. | Transplantationstechniken |
Ein wichtiges Verfahren der plastischen Chirurgie ist die Transplantation oder Verpflanzung lebenden Gewebes von einem Körperteil auf einen anderen oder von einem Menschen auf den anderen. Damit soll erreicht werden, dass das Gewebe an- und weiterwächst, um fehlendes Gewebe zu ersetzen. Es werden verschiedene Methoden der Hautverpflanzung angewandt. Eine davon ist die Versetzung von Hautlappen, die direkt an die geschädigte Stelle angrenzen. Bei einem anderen, häufig angewendeten Verfahren werden Vollhautlappen verpflanzt, dabei wird die gesamte Hautschicht einer bestimmten Stelle entfernt und als freies Hauttransplantat auf die geschädigte Fläche übertragen. Eine dritte Methode ist die Spalthauttransplantation, die hauptsächlich bei schweren, großflächigen Brandverletzungen eingesetzt wird. Mit Hilfe eines speziellen Schneidegeräts, des Dermatoms, kann ein Stück Haut von einer gesunden Gewebestelle in feinsten Schichten abgetragen werden, so dass noch genügend Hautzellen auf dieser Stelle verbleiben, um das Nachwachsen sicherzustellen. Auf diese Weise lässt sich eine ausreichende Menge lebender Zellen verpflanzen, um ein Anwachsen an der Brandwunde zu erreichen. Manchmal kann es für einen Patienten mit schweren Brandwunden lebensrettend sein, wenn überlebende Hautzellen auf den Brandwunden vorübergehend mit Hauttransplantaten von Spendern bedeckt werden, die nicht genetisch mit dem Patienten übereinstimmen. Diese Transplantate überleben nicht dauerhaft, sondern werden schließlich vom Immunsystem des Patienten abgestoßen.
Kompliziertere Fälle erfordern andere Hauttransplantat-Techniken, z. B. bei Verlust einer gesamten Wange oder der Nase. Das Transplantat muss bis zur eigentlichen Verpflanzung über Blutgefäße des Entnahmeortes versorgt werden. In solchen Fällen bleibt ein Hautlappen mit darunterliegendem Gewebe bis zuletzt als Verbindung bestehen, um dem Transplantat seine ursprüngliche Blutversorgung zu erhalten. Dieses Verfahren macht eine Operation in zwei Abschnitten erforderlich. Beim zweiten Schritt wird das verbindende Hautstück entfernt, wenn das Transplantat an der neuen Stelle wieder durchblutet ist.
Auch andere Transplantate werden in der plastischen Chirurgie verpflanzt. Beispielsweise kann aus Knorpelgewebe, das der Rippe des Patienten entnommen wird, Ersatz für eine fehlende Ohrmuschel geformt und angenäht werden. Knochentransplantate vom Hüftknochen oder von einer Rippe können zur Rekonstruktion bei verschiedensten Missbildungen eingesetzt werden, etwa als Ersatz für einen fehlenden Kieferknochen. Nerventransplantate werden zur Behebung von Gesichtslähmungen eingesetzt, beispielsweise wenn Gesichtsnerven bei einem Unfall durchtrennt wurden.