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| 5. | Modernes Französisch |
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gingen von den Vertretern der französischen Romantik Bestrebungen aus, sich für die Wiederbelebung archaischer Elemente in der französischen Sprache einzusetzen. Ebenso wie diese hatte auch die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den Dichtern des Symbolismus angeführte Bewegung keinen nachhaltigen Einfluss auf die französische Sprache. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zeigt sich vielmehr die Tendenz, den französischen Wortschatz mit Begriffen für neue Gegenstände oder Konzepte anzureichern. Die meisten Wörter, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ins Französische eingegangen sind, sind entweder Entlehnungen aus dem Englischen und dem Deutschen oder Begriffe aus dem technischen und wissenschaftlichen Bereich. Beispiele für aus dem Englischen übernommene Wörter, die die englische Schreibung beibehalten haben, sind: sandwich, square, ticket, toast und weekend; an die französische Schreibung angepasst wurden: boxe (engl. „boxing”), bouledogue (engl. „bulldog”) und rosbif (engl. „roast beef”). Lehnwörter aus dem technischen Bereich sind z. B. automobile, jet, photographie und télégraphe.
Die französische Sprache, die im 16. und 17. Jahrhundert Latein als Sprache der internationalen Kommunikation in Europa abgelöst hat (insbesondere in seiner Funktion als Diplomatensprache), ist noch heute eine wichtige internationale Verkehrssprache und eine der Arbeitssprachen des Sekretariats der UN (United Nations: Vereinte Nationen).
Phonologisch ist das Französische geprägt durch häufiges Vorkommen von Nasalvokalen und die Eliminierung von Konsonanten am Wortende. Der Akzent ist subjektiv, das d. h. frei variierbar. Die meisten Wörter sind einsilbig, höchstens zweisilbig. Ein Wort besteht häufig aus einem Konsonanten und einem Vokal (offene Silbe). Durch das häufige Vorkommen dieser einfachen Wortstruktur ist Homonymie (Mehrdeutigkeit) ein häufiges Phänomen. Aus diesem Grund wird die Orthographie nicht vereinfacht, und es kommt zu einer starken Divergenz von geschriebener und gesprochener Sprache. In der Morphologie neigt die Sprache zu analytischen Formen. Die Betonung liegt meist auf der letzten Silbe eines Wortes. Das Französische besitzt zwei Genera (Maskulinum und Femininum), drei Tempusformen (Präsens, Imperfekt und Futur) sowie ein kompliziertes Aspekt- und Tempussystem. Die Wortstellung ist in der Regel Subjekt-Prädikat-Objekt (auch im Fragesatz). Das Adjektiv wird dem Substantiv nachgestellt. Der Wortschatz ist ausgesprochen heteregon, er weist viele Lehn- und Erbwörter aus dem Griechischen, dem Lateinischen und neuerdings auch dem Englischen auf. Die Negation wird durch die zweiteilige Negationspartikel ne ... pas gebildet.