Ovid
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Ovid
3. Frühwerk

Mit seinen ersten Werken setzte Ovid die elegische Tradition der Dichter Properz und Albius Tibull fort, die er beide kannte und bewunderte. In den drei Büchern seines Erstlingswerks Amores (Die Liebeselegien), das zwischen 23 und 16 v. Chr. entstand, aber erst um das Jahr 2 n. Chr. erschien, versammelte er 50 Liebeselegien um eine fiktive Geliebte namens Corinna. Dabei verzichtete er nahezu gänzlich auf überschwängliches Pathos und setzte sich selbst in der Rolle des witzig-überlegenen, genießenden Liebhabers ein Denkmal. Ovids Interesse an der griechischen Sagenwelt spiegelt sich bereits in Heroides (oder Epistulae Heroidum; erschienen um 10 v. Chr.), eine Sammlung fiktiver Liebesbriefe in elegischem Versmaß. Das Werk, das sich durch meisterhafte Charakterstudien auszeichnet, enthält 21 Korrespondenzen von Heldinnen und Helden der griechischen bzw. römischen Mythologie (so schreibt Penelope an Odysseus, Paris an Helena, Ariadne an Theseus und Dido an Aeneas). Weitere Frühwerke Ovids sind Lehrgedichte, allen voran die formvollendet-graziöse Ars amatoria (Liebeskunst), ein galant-erotisches Meisterwerk über die Kunst der Verführung und Liebe, das um das Jahr 1 v. Chr. erschienen ist. Darauf folgten De medicamine faciei, ein fragmentarisches Gedicht über Kosmetik, und Remedia amoris (Heilmittel gegen die Liebe) als ironischer Widerruf der Ars amatoria. Die von Autoren der Antike hoch gelobte Tragödie Medea ging bis auf wenige überlieferte Zeilen verloren.