Blut
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Blut
2. Zusammensetzung des Blutes

Blutbestandteile sind das Plasma, in dem sich alle wasserlöslichen Substanzen befinden, und die Blutzellen. Das Blutplasma besteht zu 90 Prozent aus Wasser, der Rest sind hauptsächlich Proteine und gelöste Ionen. Die im Blut schwimmenden Zellen machen etwa 45 Volumenprozent aus: Ein Kubikmillimeter menschliches Blut enthält 3,5 bis 5,9 Millionen Erythrozyten (rote Blutzellen), 4 000 bis 10 000 Leukozyten (weiße Blutzellen) und 150 000 bis 400 000 Thrombozyten (Blutplättchen). Die Bildung der Blutzellen geschieht im Knochenmark und wird als Hämatopoiese (oder Hämatopoese) bezeichnet.

1. Erythrozyten oder rote Blutzellen

Erythrozyten sind rote, runde, in der Mitte eingedellte Scheibchen von etwa acht Mikrometer (tausendstel Millimeter) Durchmesser. Bei Menschen und Säugetieren sind sie ohne Zellkern. In den Erythrozyten ist das eisenhaltige Protein Hämoglobin enthalten, das dem Blut seine rote Farbe und seinen charakteristischen Geruch verleiht. Hämoglobin bindet in den Lungen Sauerstoff, woraufhin das Blut hellrot wird. Der an Hämoglobin gebundene Sauerstoff wird in den Kapillaren an die Zellen abgegeben und gegen Kohlendioxid eingetauscht (das Blut erscheint nun dunkelrot), das bei der Atmung in den Zellen erzeugt wird. In den Lungen wird das hämoglobingebundene Kohlendioxid wieder gegen Sauerstoff ausgetauscht.

2. Leukozyten oder weiße Blutzellen

Leukozyten üben zahlreiche Funktionen im Immunsystem aus. Anhand der Struktur des Zellkerns unterscheidet man zwei Gruppen: die granulären (gekörnten) und die agranulären Leukozyten. Die granulären Leukozyten (Granulozyten) kann man nach ihrer Färbbarkeit weiter unterteilen: Neutrophile Granulozyten lassen sich nicht färben, eosinophile dagegen mit Eosin rot und basophile mit basischen Farbstoffen blau färben.

3. Thrombozyten oder Blutplättchen

Thrombozyten sind kleine, runde oder längliche Körperchen ohne Zellkern, deren Durchmesser nur rund ein Drittel des Durchmessers der Erythrozyten beträgt. Bei Verletzungen sammeln sie sich an der Wunde im Blutgefäß und produzieren Enzyme, die zur Blutgerinnung beitragen. Thrombozyten unterstützen außerdem die Immunabwehr, indem sie durch Endozytose Fremdstoffe aufnehmen.

Um den Gesundheitszustand eines Patienten einzuschätzen, wird oftmals die Anzahl der unterschiedlichen Zellfraktionen im Blut bestimmt, d. h. ein Blutbild erstellt. Dazu wird eine Blutprobe histologisch oder chemisch aufbereitet und anschließend in speziellen Apparaten analysiert. Dabei werden Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten getrennt erfasst.

4. Substanzen im Blutplasma

Im Blutplasma sind eine Vielzahl von Substanzen gelöst, die für den Organismus lebenswichtig sind. Dazu gehören in erster Linie Natrium-, Chlor- und Carbonationen, Zucker und andere Kohlenhydrate, Fette, Enzyme und andere Proteine sowie Aminosäuren. Manche dieser Substanzen dienen als Hormone im endokrinen System des Körpers. Abfallstoffe des Stoffwechsels, die in größeren Mengen im Blut nachgewiesen werden können, sind u. a. Harnstoff und Kreatin.

Zu den wichtigsten Plasmaproteinen gehören die Albumine. Sie erhalten die osmotischen Eigenschaften des Blutes und verhindern so, dass Blut unkontrolliert aus den Blutgefäßen austritt. Die Globuline umfassen beispielsweise Proteine des Immunsystems, die so genannten Immunglobuline (siehe Antikörper). Der Transport von Fetten und lipophilen Hormonen (z. B. Steroidhormone) im Blut wird – genauso wie der Transport vieler Giftstoffe – von bestimmten Transportproteinen (Carrier; englisch für Träger) übernommen. Fibrinogen und Prothrombin sind Proteine, die bei der Bildung der Fibrin-Netzstruktur während der Blutgerinnung eine entscheidende Rolle spielen.

Die Trennung und Reinigung von Blutplasma-Proteinen gelang erstmals 1920. Während des 2. Weltkrieges hatten sie große Bedeutung als Blutersatz. Heute dienen hochgereinigte Gammaglobuline medizinischen Zwecken, beispielsweise der Vorbeugung von Hepatitis sowie der Behandlung von Hämophilie (Bluterkrankheit) und Rhesusfaktorunverträglichkeit.