Gregor VII., heiliger
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Gregor VII., heiliger
2. Pontifikat

Am Tag der Beisetzung Papst Alexanders II. (22. April 1073) wurde Hildebrand gegen die Wahlvorschriften tumultuarisch von den Römern zum Papst erhoben; die Kardinäle stimmten nachträglich zu. Seine Wahl galt ihm als Auftrag Gottes zum Kampf gegen die Missstände und zur Durchsetzung der päpstlichen Autorität in der Kirche. Hinter seinem radikalen Handeln stand weniger langfristig geplantes Kalkül als religiöse Intuition. Das demonstriert am klarsten sein Dictatus Papae von 1075, in welchem er kategorisch die Superiorität des Papstes in Kirche und Welt feststellte. Gehorsam gegenüber Petrus und seinen Nachfolgern war der Maßstab, nach welchem er das Handeln der geistlichen und weltlichen Mächte beurteilte. Er war bereit, geistliche Hierarchien zu sprengen und Könige zu maßregeln, die sich seinem Gebot widersetzten. Gregor war der erste Papst, der zu allen Herrschern seiner Zeit Kontakt aufnahm, um sein Reformprogramm durchzusetzen.

Ein schwerer Konflikt mit dem französischen König wurde vom Streit mit Heinrich IV. abgelöst. Weil sich Heinrich Gregors Reformpolitik versagte und seine Kirchenhoheit in Italien sogar noch intensivierte, drohte ihm Gregor mit Exkommunikation. Daraufhin forderte dieser mit der Mehrheit der deutschen Bischöfe am 24. Januar 1076 in Worms von Gregor die Abdankung. Im Gegenzug exkommunizierte Gregor auf der Fastensynode 1076 den König nicht nur, sondern setzte ihn ab, indem er alle Untertanen vom Treueid entband. Damit stürzte er dessen sowieso schon konfliktbeladenes Königtum in eine schwere Krise. Heinrich zog dem zur Königsneuwahl nach Deutschland anreisenden Papst bußfertig nach Canossa entgegen und erhielt am 28. Januar 1077 die Absolution. In Deutschland wurde trotzdem ein neuer König gewählt, und zwar Rudolf von Schwaben. Gregor verhielt sich neutral, bis er auf der Fastensynode von 1080 den endgültigen Bruch vollzog, den Gegenkönig Rudolf anerkannte, Heinrich aber erneut exkommunizierte und absetzte. Der reagierte mit der Erhebung des Erzbischofs Wibert von Ravenna zum Gegenpapst (Klemens III.) und zog nach Rom, wo er Gregor in der Engelsburg einschloss und sich am 31. März 1084 von Klemens zum Kaiser krönen ließ. Die Normannen unter Robert Guiscard befreiten Gregor und nahmen ihn mit nach Süditalien, wo er am 25. Mai 1085 in Salerno verstarb und im dortigen Dom beigesetzt wurde. Obgleich persönlich gescheitert, hatte Gregor der Kirchenreform zum Durchbruch verholfen. 1606 wurde er heiliggesprochen; sein Festtag ist der 25. Mai.