Anglikanische Kirche
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Anglikanische Kirche
4. Lehre

Die Lehre der anglikanischen Kirche ist zum größten Teil im Common Prayer Book zusammengefasst, das die alten Glaubensbekenntnisse des ungeteilten Christentums enthält, wie auch in den Neununddreißig Artikeln, die in Übereinstimmung mit dem Prayer Book gedeutet werden. Diese berufen sich sowohl auf die ersten vier Generalkonzile der christlichen Kirche wie auch auf die Heilige Schrift in der Deutung der „katholischen Kirchenväter und der alten Bischöfe”. Die anglikanische Kirche unterscheidet sich von der katholischen insbesondere dadurch, dass sie den päpstlichen Anspruch auf die Gerichtshoheit über die Gesamtkirche und auf seine Unfehlbarkeit als Verkünder der christlichen Lehre und der wahren Moral nicht anerkennt und dass sie die für den Katholizismus typischen Lehren und Disziplinen ablehnt. Ein weiterer Unterschied liegt in der Tatsache, dass die anglikanische Kirche Priesterinnen anerkennt. Zwar rechtfertigte die Generalversammlung der anglikanischen Kirche die Ordination von Frauen bereits 1975 theologisch, zu den ersten Priesterweihen von Frauen kam es allerdings erst 1994, also fast 20 Jahre danach. Die Unterschiede zwischen der anglikanischen Kirche und den orthodoxen östlichen Kirchen sind weniger ausgeprägt. Hingegen unterscheiden sich die Kirche von England und ihre Tochterkirchen aus der Anglikanischen Kirchengemeinschaft von den meisten protestantischen Kirchen durch die für ihre gesamte Geistlichkeit verpflichtende Bischofsweihe sowie durch Aufbau und Stil der liturgischen Praxis, die sich auf die Übersetzungen und Überarbeitungen der vorreformatorischen Kirchenliturgien stützen. Sie verbindet das Erbe katholischer Sakramente mit den biblischen und evangelischen Werten der Reformation.

Der anglikanischen Kirche gehören weltweit etwa 27,5 Millionen getaufte Mitglieder an.