Hexe
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Hexe
1. Einleitung

Hexe (althochdeutsch hagzissa, ein sich auf [Grenz-]Zäunen aufhaltendes dämonisches Wesen), im Volksglauben bezeichnen Hexe oder Hexer zauberkundige Personen, die durch magische Kräfte Schadenszauber gegen andere Menschen durchzuführen vermögen.

Hexerei ist meist der symbolische Ausdruck moralischer Kategorien: Hexerei kommt in vielen nicht modernen Gesellschaften die Funktion zu, die gesellschaftliche Ordnung mit zu konstituieren und aufrechtzuerhalten, eine gesetzte Ordnung, welche Hexen durch ihr „verkehrtes” Verhalten zu konterkarieren scheinen. Hexerei als institutionalisierte Verkehrung der gesellschaftlichen Ordnung dient aber im Weltbild dieser Gesellschaften dazu, die geordnete Welt zu schützen, indem durch sie bedrohliche (Natur-)Kräfte verkörpert und in diesem Sinn gebannt werden können. Gilt die gesellschaftliche Ordnung als existentiell gefährdet, ist also ein vermeintlich bedrohliches Ungleichgewicht zwischen ordnenden und „chaotischen” Kräften entstanden, sehen solche Gesellschaften in der ansonsten tolerierten Hexerei die Ursache für die Bedrohung, was häufig zu brutalen Hexenverfolgungen geführt hat.

Im Folgenden werden vor allem die Hexenvorstellungen im mittelalterlichen Europa vorgestellt.