| Münzen | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 1. | Einleitung |
Münzen, Metallgeld (von lateinisch Moneta), meist mit einem aufgeprägten Nennwert (in definierter Stückelung) und dekorativen bzw. hoheitlichen Motiven versehen. Ihre Form ist in der Regel rund und flach, kann aber davon auch erheblich differieren; so gibt es aus älterer wie auch neuerer Zeit Beispiele eckiger oder auch in der Mitte durchbohrter Münzen. Neben dem gewählten Material wird der Wert einer Münze traditionell vor allem durch ihre Größe (bzw. ihr Gewicht) dokumentiert – Eigenschaften die einst einem realen Gegenwert entsprachen. Antike Münzen sind oft ungleichmäßig geformt. Automatenmünzen oder Jetons repräsentieren ebenfalls einen bestimmten Geldwert, sind aber normalerweise kein anerkanntes Zahlungsmittel.
Münzen als symbolischer Tauschwert im täglichen Handel haben eine jahrtausendealte Tradition. Die vorgeschichtlichen Vorläufer der Münzen waren seltene Steine oder andere für wertvoll erachtete Gegenstände (Perlen, Muscheln, Kaurischnecken), die den Vorteil hatten, leicht am Körper mitführbar zu sein, und so den althergebrachten Tauschhandel (bei dem Gegenstände, Lebensmittel oder Tiere im direkten Austausch den Besitzer wechselten) allmählich ersetzten. Ein differenziertes (Bronze-)Münzensystem mit unterschiedlichen Nennwerten kannte man bereits im China des 12. Jahrhunderts v. Chr.; im kleinasiatisch-griechischen Raum kam erst ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. Münzgeld auf. Hergestellt wurde es aus Elektrum, einer natürlichen Gold-Silber-Legierung. Heute kommen vor allem Kupfer- und Nickellegierungen zum Einsatz, gelegentlich auch Aluminium und Stahl. In Notzeiten wurden immer wieder auch Materialien wie Blei, Eisen, Zink, Zinn, Porzellan oder sogar Pappe zur Münzherstellung verwendet. Während des dramatischen Kleingeldmangels in Italien Mitte der achtziger Jahre wurden im Alltag eine Zeit lang Bonbons und Kaugummis als „Wechselgeld” herausgegeben.
Ursprünglich aus edlen Materialien hergestellt, die dem Nennwert nach Möglichkeit entsprechen sollten, ist bei den meisten Münzen heute nur noch der Nennwert von Bedeutung, da längst verschiedene unedle Legierungen zum Einsatz kommen. In Einzelfällen (so etwa auch bei Münzen mit sehr geringem Nennwert) kann der Materialwert den Nennwert jedoch erheblich übersteigen. Der Münzherr (die jeweilige Regierung) schafft solche geringwertigen Münzen in der Regel irgendwann ab oder ersetzt sie durch preiswertere Legierungen. Größere Münzwerte wurden in allen modernen Währungen mittlerweile durch Geldscheine (Papiergeld) verdrängt. Der gesamten Geldmenge eines Landes (Münzen und Papiergeld) entspricht theoeretisch ein materielles Äquivalent: In früheren Zeiten waren dies in der Regel Goldbarren, heute ist es meist das Bruttosozialprodukt als Gesamtheit der volkswirtschaftlich erwirtschafteten Werte. Tatsächlich bestimmt jedoch heute eher das Spiel der internationalen Wechselkurse den Wert einer Währung. Zu besonderen Anlässen werden häufig Gedenkmünzen geprägt, die zwar offiziell als Zahlungsmittel kursieren, jedoch eigentlich für Sammler gedacht und meistens bereits nach kurzer Zeit sehr wertvoll sind.
Im heutigen Zahlungsverkehr wird so genanntes Hartgeld nur noch in der Funktion als Scheidemünzen verwendet, also zur Aufteilung bzw. Stückelung von Beträgen. Höhere Geldbeträge werden ausschließlich durch Papiergeld (Banknoten) oder in neuerer Zeit bargeldlos repräsentiert. Ausgegeben werden Münzen wie auch Papiergeld von der Nationalbank des jeweiligen Landes, das Prägen der Münzen übernimmt die staatliche Münze oder Münzanstalt. Der Staat (als Münzherr) besitzt die Münzhoheit (oder Münzregal), d. h. das Prägemonopol für alle im Land kursierenden Münzen und Banknoten. In der Bundesrepublik Deutschland ist das Münzwesen der Kompetenz des Bundes zugeordnet (in Art. 73 des Grundgesetzes).
Die wissenschaftliche wie auch sammlerische Beschäftigung mit Münzen wird üblicherweise unter dem Begriff Numismatik zusammengefasst (griechisch nomisma: „Münze”). Die Numismatik ist in erster Linie eine historische Wissenschaft, die sich mit der Münzkunde befasst. Gegenstand dieser Wissenschaft sind neben Münzen auch Banknoten, die von einer Münzanstalt ausgegeben werden und den Geldwert eines Landes repräsentieren. Die Numismatik erstreckt sich dabei auch auf Ersatzgeld, Medaillen und ähnliche Artikel. Jahrhundertelang hatten alle außer den niedrigsten Münzen einen echten Wert, d. h., sie enthielten eine bestimmte Gold- oder Silbermenge, die ihrem Nennwert entsprach. Die meisten Nationen haben jedoch ihre Edelmetallmünzen durch Münzen aus weniger teuren Metallen ersetzt, die keinen echten Wert besitzen.