Münzen
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Münzen
2. Geschichte des Münzgeldes

Im Altertum waren im Handel Gold- und Silberstücke weit verbreitet und wurden gegen andere Güter getauscht. Ihr Gewicht legte den Wert fest. Jedes Mal wenn sie weitergegeben wurden, mussten Gewicht und Reinheit überprüft werden. Um 600 v. Chr. kamen in Kleinasien (Asia Minor) die Lyder auf die Idee, eine natürliche Legierung aus Gold und Silber in bohnenförmige Klumpen festen Gewichts und von hoher Reinheit zu formen und ihnen offizielle Symbole aufzudrücken. 550 v. Chr. hatten alle bedeutenden Handelsstädte der bekannten Welt das Schlagen von Münzen eingeführt. Während die griechischen Münzen Götter und Göttinnen zeigten, waren auf den Münzen des Römischen Reiches (ungefähr vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr.) Abbildungen von Kaisern zu finden. Die antike Tetradrachme war der Vorläufer der späteren griechischen Drachme, deren Name sich im Zahlungsverkehr bis heute erhalten hat. Die Athener versahen diese Silbermünze mit dem Abbild eines Steinkauzes, woraus sich ein bekanntes Sprichwort ableitete: „Eulen nach Athen tragen”. Im alten Rom war neben dem Denar (aus Silber) und dem Aureus (aus Gold) der Sesterz die wichtigste Münze. Im nachfolgenden Byzantinischen Reich war der (goldene) Solidus die wichtigste Münze. An seine Stelle trat im Fränkischen Reich der Triens oder Tremissis („Drittelstück”). Vom 8. bis zum 13. Jahrhundert war der von den Karolingern eingeführte Denar („Silberpfennig”) weit verbreitet. 1266 wurde in Frankreich der Groschen (Denarius Grossus Turonensis) eingeführt. Aus Italien kamen verschiedene Goldmünzen wie der Dukat, der Zecchino und der Fiorino, die das europäische Spätmittelalter prägten. Um 1500 entstand mit dem Taler eine bedeutende Währung, die europaweit imitiert (als Ecu u. a.) und sogar auf den amerikanischen Kontinent übernommen wurde (Dollar und Peso). In Deutschland löste mit der Reichsgründung die Mark den Taler ab. In der Weltwirtschaftskrise von 1929 entstand in der Weimarer Republik das so genannte Inflationsgeld, Geldscheine mit aberwitzigen Nennwerten bis hin zum Milliarden- und Billionenbereich. Als Folge des 2. Weltkrieges und des dadurch verursachten wirtschaftlichen Ruins wurde im Rahmen der Währungsreform die alte Reichsmark durch die Deutsche Mark (DM) ersetzt. Durch die geplante europäische Einigung auf ein gemeinsames Währungssystem (EWS) steht die Ablösung der bisherigen Nationalwährungen durch ein einheitliches „Euro-Geld” bevor.

Weil der Islam die Abbildung von Lebewesen verbietet, beschränkten sich die arabischen Münzen (zumindest vor dem 20. Jahrhundert) auf Inschriften. Diese waren oft dem Koran entnommen und befanden sich auf Vorder- und Rückseite der Münzen. Seit frühester Zeit wurde im Fernen Osten hauptsächlich Silber als Zahlungsmittel verwendet. Es war in Tafeln oder Barren gegossen und mit Aufschriften versehen, die den Namen des Händlers sowie Nennwert und Reinheit des Metallstückes wiedergaben. Die maschinengefertigten kreisrunden Münzen des westlichen Typs kamen in Japan (Nippon) erst nach 1870 und in China erst nach 1889 auf.

Bis um 1500 waren die meisten Münzen auf der Welt, außer im Orient, handgeschlagen. Den Italienern schreibt man die Konstruktion von Prägwerken zum Ausstanzen gleichmäßig runder, roher Metallscheiben oder Münzplatten zu. Sie konstruierten auch Schraubpressen zum Eindrücken von Mustern. Die Entdeckung des amerikanischen Kontinents, mit seinem Reichtum an Edelmetallen, führte dazu, dass immer mehr Münzen hergestellt wurden, darunter große Silberstücke. Während dieser Zeit gab fast jedes Königreich, Herzogtum, Fürstentum und jede Freie Stadt der westlichen Welt eigene Münzen aus.

In der Neuen Welt begann das Prägen von Münzen um 1535 nach der Eroberung Mittelamerikas durch die Spanier. Die britische Regierung erlaubte den nordamerikanischen Kolonisten kein eigenes Münzsystem. Deshalb benutzten die Kolonisten neben dem britischen Geld, das in Pfund, Schilling und Penny gerechnet wurde, auch französische, holländische, deutsche und verschiedene spanische Münzen.