| Krokodile | Artikelansicht | ||||
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| 2. | Körperbau und Lebensweise |
Verknöcherte Hornplatten bilden den Hautknochenpanzer der Krokodile. Die meist etwa 60 bis 80 Zähne (der Ganges-Gavial hat über 100) sitzen in tiefen Höhlungen der Kieferknochen und sind bei geschlossenem Maul fest miteinander verzahnt. Bei den Echten Krokodilen ragt bei geschlossenem Maul auf jeder Seite der vierte Unterkieferzahn hervor. Im Gegensatz dazu sind diese Zähne bei Alligatoren nicht sichtbar. Die Zähne dienen dazu, die Beute zu ergreifen und festzuhalten, zum Kauen sind sie nicht geeignet. An Ober- und Unterkiefer haben Krokodile Drucksensoren, mit denen sie die von potentiellen Beutetieren an der Wasseroberfläche verursachten Wellen wahrnehmen können. Im Gegensatz zu anderen Reptilien haben Krokodile einen äußeren Gehörgang, der unter Wasser durch Hautfalten verschlossen ist.
Krokodile besitzen ein vierkammeriges Herz und gut entwickelte Sinnesorgane. Sie sind wechselwarme Tiere: Ihre Körpertemperatur ist von der Umgebung abhängig. Um ungünstige Jahres- oder Tageszeiten zu überdauern, graben sich Krokodile in Schlamm ein. In warmen Regionen legen sie während Trockenperioden eine Ruhepause ein, in kühleren Regionen verfallen sie im Winter ebenfalls in einen Ruhezustand.
Krokodile ernähren sich von Krebstieren, Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren bis zur Größe von Büffeln, Flusspferden und Löwen; Jungtiere erbeuten auch Insekten und Würmer. Größere Beute, die sie z. B. an Wasserstellen durch plötzliches Hervorschnellen ergreifen, ziehen Krokodile unter Wasser und reißen durch schnelle Drehungen ihres Körpers große Stücke heraus. Größere Exemplare mancher Arten können auch dem Menschen gefährlich werden.
Krokodile sind Eier legende, ovipare Reptilien, die etwa mit zehn Jahren geschlechtsreif werden. Die Weibchen vergraben 20 bis 100 weiße, gänseeigroße Eier im Sand, Schlamm oder in einem Nisthügel aus Pflanzen. Danach verlassen die Tiere das Gelege und lassen die Eier durch die Wärme der Sonne oder Wärmeproduktion faulender Pflanzen ausbrüten. Die Weibchen mancher Arten bewachen das Gelege während der gesamten Brutdauer (Brutpflege). Vor allem während der Paarungszeit erzeugen Krokodile zischende, brüllende oder bellende Laute.