Finnland
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Finnland
2. Land

Die maximale Ausdehnung Finnlands beträgt von Norden nach Süden rund 1 200 Kilometer und von Westen nach Osten etwa 550 Kilometer.

1. Physische Geographie

Finnland markiert geographisch einen Übergangsraum zwischen Skandinavien und dem Osteuropäischen Tiefland. Das Land umfasst rund 60 000 Seen, die sich hauptsächlich im südlichen Teil des Landes befinden (Finnische Seenplatte) und durch eine Vielzahl von Flussläufen miteinander verbunden sind. Der Seenreichtum des Landes entwickelte sich nach dem Abschmelzen der Inlandeismassen der letzten Eiszeit des Pleistozäns. Die größten Seen sind der Saimaasee, der Inarisee und der Päijänne. Im Südwesten in die Ostsee vorgelagert sind zahlreiche Inseln und Schären; das größte Archipel bilden die Ålandinseln (finnisch Ahvenanmaa) mit mehr als 6 000 Inseln. Zu den wichtigsten Flüssen zählen Torneälv, Muonioälv, Kemijoki und Oulujoki. Für große Schiffe ist lediglich der Oulujoki befahrbar. Das Land besteht größtenteils aus einem hügeligen Flachland mit einer durchschnittlichen Höhe von 120 bis 180 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gelände ist im Allgemeinen eben; im Norden herrscht Hügelland vor, im äußersten Nordwesten gibt es auch Bergregionen. Der Haltiatunturi (1 328 Meter) im Nordwesten an der norwegischen Grenze ist der höchste Punkt des Landes. Das nördliche Drittel Finnlands oberhalb des Nördlichen Polarkreises (Lappland) ist von Torfmooren durchsetzt.

2. Klima

Wegen des mäßigenden Einflusses der umliegenden Gewässer ist das Klima Finnlands für die nördliche Lage relativ mild. Entlang der Südküste liegt die mittlere Temperatur im Juli bei 15,6 °C, im Februar bei -8,9 °C. Die Jahresniederschlagsmenge (Schnee und Regen) beträgt im Durchschnitt circa 460 Millimeter im Norden und 710 Millimeter im Süden. Während die südlichen Landesteile für etwa vier bis fünf Monate im Jahr mit Schnee bedeckt sind, kann sich die Schneedecke im Norden bis zu sieben Monate halten. Wegen der nördlichen Lage haben Polarnacht im Winter und Polartag im Sommer eine Dauer von mehreren Monaten. Die Seen sind etwa für die Hälfte des Jahres zugefroren.

3. Flora und Fauna

7,8 Prozent (2007) der gesamten Landesfläche Finnlands stehen unter Naturschutz. Etwa 66,5 Prozent der finnischen Landfläche sind von Wald bedeckt (2005), Finnland ist damit das waldreichste Land Europas. Bestandsbildende Baumarten im äußersten Süden sind Espen, Erlen, Ahorn und Ulmen. Diese Laubwälder gehen nach Norden in borealen Nadelwald (siehe Wälder gemäßigter und nördlicher Breiten) mit Fichten und Kiefern als dominierenden Baumarten über. Im Bereich der Tundra treten großflächig Moore auf, die einen erheblichen Teil des Landes einnehmen. In Finnland gibt es nahezu 1 200 Blütenpflanzen- und Farnarten sowie etwa 1 000 Flechtenarten.

Zu den Raubtieren gehören Braunbär, Wolf, Luchs, Eisfuchs und Vielfraß sowie der ursprünglich aus Nordamerika stammende, dem Nerz nahe verwandte Mink; sie alle finden Lebensraum vor allem in den dünn besiedelten nördlichen Regionen. Entlang der Küsten leben Ringel- und Kegelrobben. Die von den Lappen (Eigenbezeichnung: Samen) domestizierten Rentiere kommen frei lebend kaum noch vor. Weitere Paarhufer sind Elche, Rehe, Wildschweine, im äußersten Süden Rot- und Damhirsche sowie im Südwesten der in Finnland eingebürgerte amerikanische Weißwedelhirsch. Bekannte nordische Kleinsäuger sind der Schneehase und der vorwiegend im Fichtenwald vorkommende Waldlemming, der Massenwanderungen durchführt, um der Nahrungsknappheit durch starke Bestandsvermehrungen zu entgehen.

Der Avifauna (Vogelwelt) gehören Raufußhühner wie Moorschneehuhn, Auerhuhn, Birkhuhn und Haselhuhn an; Watvögel sind u. a. durch Goldregenpfeifer, Kampfläufer, Regenbrachvogel, Odinshühnchen und Steinwälzer repräsentiert. Im Bereich der Küste und an den Seen brüten zahlreiche Enten-, Gänse-, Möwen-, und Seeschwalbenarten. Zu den Süßwasserfischen zählen Flussbarsche, Lachse, Forellen und Hechte; die wichtigsten Meeresfische sind Kabeljau, Hering und Schellfisch.