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| 2. | Ursprung |
Der Jainismus weist zahlreiche Ähnlichkeiten mit dem Buddhismus auf. Sein Begründer war Wardhamana („Wachsender”) Jnatiputra (599-527 v. Chr.), auch Nataputta Mahawira genannt, ein Zeitgenosse Buddhas, der von seinen Anhängern als Jina, „Sieger”, bezeichnet wurde. Wie die Buddhisten wendeten sich auch die Jainas von den Lehren der Veda ab. Sie verehrten bestimmte Heilige, Priester und Wegbereiter der jainistischen Lehre, die Tirthankaras (Furtbereiter oder Weltenlehrer) genannt werden, die immer wieder den Weg der Erlösung aufzeigen.
Diese Heiligen gehören zu den erlösten Seelen, die einst an das Irdische gebunden waren, denen es jedoch durch eigenes Bemühen gelang, zu Freiheit, Vollkommenheit und Glückseligkeit zu finden. Sie verheißen die Erlösung aus der Welt der Erscheinungen sowie aus dem Kreislauf der Wiedergeburten. Mahawira soll angeblich der 24. und letzte Tirthankara sein. Bei den Jainas wie auch bei den Anhängern des Brahmanismus, der Mutterreligion, ist das Kastensystem verbreitet. Auch befolgen sie wie jene 16 Hauptriten, Samskara genannt, die für die ersten drei Hindukasten oder Warnas vorgeschrieben sind, und verehren einige der kleineren Gottheiten des hinduistischen Pantheon.
Ein wesentliches Element des Jainismus ist die Lehre von den zwei ewigen, unabhängig nebeneinander bestehenden Kategorien des Dschiwa (die lebendige Seele: „der Genießende”) und des Adschiwa (das leblose Ding: „das Genossene”). Auch glauben die Jainas, dass die Tätigkeit des Geistes, der Sprache und des Körpers ein feinstoffliches Karma (infraatomare Stoffteilchen) erzeugen, die die Seele binden, und dass das Individuum Gewalt vermeiden muss, um die verschiedenen Lebensformen nicht zu verletzen. Das starke Verlangen des Menschen, sich an weltliche Werte und Güter zu binden, verunreinige die Seele. Reinkarnationen dienen der notwendigen Reinigung. Erst auf der 14. und letzten Stufe des Erlösungsweges wird das zerstörerische Karma überwunden. Um die Erlösung (Mokhsa) zu erlangen, muss somit die Seele vom Karma befreit werden, und zwar durch die drei „Juwelen” des rechten Glaubens, der rechten Erkenntnis und des rechten Verhaltens.