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Löß, äolisch abgelagertes, gelblich braunes Lockersediment.
Der in Mitteleuropa vorkommende Löß besitzt in der Regel folgendes Korngrößenspektrum: circa 10 bis 25 Prozent gehören der Tonfraktion (kleiner 0,002 Millimeter) an, 70 bis 80 Prozent liegen im Bereich der Schlufffraktion (0,002 bis 0,063 Millimeter). Der Rest von ungefähr 10 bis 15 Prozent ist Fein- (0,063 bis 0,2 Millimeter) und Mittelsand (0,2 bis 0,63 Millimeter). Die Zusammensetzung variiert je nach Herkunftsgebiet sehr stark. Hauptbestandteil ist immer Quarz (zwischen 60 und 70 Prozent). Daneben treten Glimmer, Feldspäte und Calciumcarbonat in wechselnden Anteilen auf.
Löß ist ein vom Wind verfrachteter Flugstaub. Der in Mitteleuropa abgelagerte Löß stammt aus dem Pleistozän. Dort wurde er aus den vegetationslosen Schotter- und Sanderflächen ausgeblasen. Die Mächtigkeit der Ablagerungen und die Korngrößen nehmen mit der Entfernung zum Liefergebiet ab. Die Ablagerung erfolgt meistens vor Mittelgebirgsschwellen. So gibt es in Deutschland die mächtigsten Lößschichten nördlich der Mittelgebirge in den so genannten Börden (Auswehung aus den nördlichen Vereisungs- und Periglazialgebieten), im Rheintal und im Voralpenland. Die in Süddeutschland sedimentierten Schichten sind aufgrund des Liefergebiets (Kalkalpen) sehr carbonatreich. Hier werden Werte bis 35 Prozent erreicht. Die Mächtigkeiten erreichen in Mitteleuropa maximal 40 Meter. Weitere große Lößgebiete gibt es in Nordamerika und in Asien. Aus den Wüsten Innerasiens werden auch heute noch bedeutende Lößmengen ausgeblasen und in Nordchina abgelagert. Demzufolge erreichen dort die Mächtigkeiten der Lößschichten mehrere hundert Meter.
An der Ablagerung ist meistens eine so genannte Fängervegetation beteiligt, in der Regel sind dies Steppengräser. Nach dem Absterben der Gräser bleiben deren Hohlformen im Sediment zurück und bilden senkrechte Kapillaren. Durch die vorübergehende Lösung und erneute Ausfällung von Calciumcarbonat werden einzelne Staubkörnchen umhüllt und verkittet. Dies bewirkt die hohe Stabilität mächtiger Lößschichten und erhält die Kapillarstruktur. Neben der daraus resultierenden, guten Wasserleitfähigkeit hat Löß weitere positive Eigenschaften. Durch die Zusammensetzung aus den verschiedensten Mineralen ist das Substrat äußerst nährstoffreich. Der geringe Tongehalt sorgt für einen lockeren, leicht zu bearbeitenden Boden. Bei der Verwitterung entsteht der so genannte Lößlehm. Erster Schritt ist eine von oben beginnende Entkalkung. Der in den oberen Horizonten gelöste Kalk fällt oft in tieferen Bereichen als Konkretionen aus; diese bis faustgroßen Gebilde werden als Lößkindl bezeichnet. Bei der anschließend einsetzenden Silicatverwitterung entstehen so genannte Sesquioxide, die für eine Braunfärbung des Bodens sorgen.
Die aus Löß entstandenen Böden – in Mitteleuropa Parabraunerden und Braunerden, in kontinentaleren Steppengebieten Asiens Schwarzerden (Tschernoseme) – gehören zu den fruchtbarsten Böden überhaupt. Sie sind nährstoffreich, leicht zu bearbeiten, verfügen über einen guten Wasser- und Wärmehaushalt und sind deshalb für die Landwirtschaft in allen Teilen der Welt von großer Bedeutung.