Willy Brandt
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Willy Brandt
1. Einleitung

Willy Brandt (1913-1992), deutscher Politiker (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin (1957-1966), Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1969-1974), Vorsitzender der SPD (1964-1987) und Friedensnobelpreisträger. Als erster sozialdemokratischer Kanzler der Nachkriegszeit ergänzte Brandt die von Konrad Adenauer in der Ära des Kalten Krieges begründete Westintegration der Bundesrepublik durch eine Politik der Verständigung und Aussöhnung mit Osteuropa.

Willy Brandt wurde am 18. Dezember 1913 als Herbert Ernst Karl Frahm in Lübeck geboren. Er wuchs in einfachen, sozialdemokratisch geprägten Verhältnissen auf, absolvierte die Realschule und erhielt dann aufgrund seiner Begabung ein Stipendium an einem Realgymnasium, an dem er 1932 das Abitur ablegte. Schon als Jugendlicher politisch aktiv, schloss sich Brandt 1929 der Sozialistischen Arbeiterjugend an, trat 1930 der SPD bei und wechselte 1931 zur neu gegründeten Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), der linkssozialistischen Abspaltung von der SPD. Bereits als Schüler war Brandt journalistisch tätig und veröffentlichte im Lübecker Volksboten, der von seinem politischen Vorbild Julius Leber geleitet wurde.