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| 4. | Außenminister |
Als Außenminister setzte Brandt seine Ostpolitik, die er als Berliner Bürgermeister im kommunalen Rahmen eingeleitet hatte, auf Bundesebene fort. Er lockerte die seit 1955 geltende Hallsteindoktrin und knüpfte vielfältige Kontakte zu den osteuropäischen Staaten, zu denen die Bundesrepublik bislang keine diplomatischen Beziehungen unterhielt. Das innenpolitische Klima zur Zeit der großen Koalition wurde von der Außerparlamentarischen Opposition (APO) geprägt, die als Ergänzung bzw. Ersatz der nur noch in Form der FDP vorhandenen parlamentarischen Opposition entstanden war, und von der Auseinandersetzung um die Notstandsgesetze, die Brandt – im Gegensatz etwa zur APO – als notwendige Voraussetzung für die volle innere Souveränität der Bundesrepublik nachhaltig unterstützte.
Bei den Bundestagswahlen im September 1969 erreichte die SPD erstmals deutlich über 40 Prozent der Stimmen, blieb aber weiterhin nur zweitstärkste Kraft. Eine Fortsetzung der großen Koalition war aufgrund zunehmender Differenzen zwischen CDU/CSU und SPD praktisch ausgeschlossen; Brandt ging daher eine Koalition mit der FDP unter Walter Scheel ein.