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Tätowierung

Tätowierung, auch Tatauierung oder Tattoo, Verfahren des Hautschmucks, bei dem aus Ruß und Pflanzensaft gewonnene Farbstoffe in die Haut eingeritzt oder eingestochen werden. Die Haut wird dazu mit einem scharfen Instrument, einem Dorn oder zugespitzten Knochen, in den Industriegesellschaften meist mit einer elektrischen Nadel, punktiert. Bei der Hautritzung werden Reizstoffe in die Wunde eingerieben, so dass ornamentale Narben entstehen. Der Begriff Tätowierung ist von polynesisch tautu: Zeichen hergeleitet.

Bei der so genannten Narbentätowierung entstehen durch das Zufügen von Wunden, die in ihrem natürlichem Heilungsprozess durch willentlich beigebrachte Verunreinigungen und wiederholtes Aufreissen der Wunde gestört werden, deutlich sichtbare Schmucknarben, die allerdings in den seltensten Fällen rein dekorativen Charakters sind. In vielen Teilen der Welt dienen Tätowierungen dazu, die soziale Stellung oder Zugehörigkeit des Trägers anzuzeigen. Sie dienen der Kennzeichnung der Clanzugehörigkeit oder werden als Auszeichnungen für besondere Verdienste angebracht. Oft sind sie Teil von Initiationsriten und haben magische Funktion. Die neuseeländischen Maori sind wie viele Bewohner der polynesischen Inseln Meister in geometrischen Tätowierungen, die häufig den ganzen Körper, einschließlich Kopf und Zahnfleisch, bedecken. Hier ist die Tätowierung mit traditionellen „historischen” Mustern Teil einer kulturellen Revitalisierungsbewegung.

In Europa galten Tätowierungen lange Zeit als Kulturphänomen von Unterschichten und Randgruppen (Seeleute, Rocker), finden aber seit einigen Jahren im Rahmen eines u. a. aus der Rave-Kultur hervorgegangen neuen Körperkults, der auch Piercing (englisch: durchbohren), Branding (englisch: verbrennen) und andere schmerzvolle Körperveränderungen beinhaltet, immer weitere Verbreitung in allen sozialen Schichten.