Krimkrieg
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Krimkrieg
3. Die Kriegsgefahr

Zu Beginn der fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts übernahm Zar Nikolaus I. erneut die Initiative gegen das Osmanische Reich. Er vertraute dabei auf die Unterstützung Österreichs im Gegenzug für die Hilfe, die Russland den Habsburgern in der Revolution 1848/49 vor allem in Ungarn geleistet hatte. Er nahm auch fälschlicherweise an, dass sich die britische Regierung unter George Hamilton-Gordon an der Aufteilung der noch osmanischen Gebiete auf dem Balkan beteiligen würde.

Der unmittelbare Anlass für die russische Intervention im Osmanischen Reich war ein Streit zwischen Katholiken und orthodoxen Christen über die Kontrolle der heiligen Stätten in Palästina, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte. Im Dezember 1852 fasste der osmanische Sultan unter französischem Druck eine Entscheidung zugunsten der Katholiken. Nikolaus I. entsandte sogleich eine Mission nach Konstantinopel (heute Istanbul), um eine Einigung zu erzielen, die die Rechte der orthodoxen Kirche innerhalb des Osmanischen Reiches garantieren sollte. Zur selben Zeit erörterte Nikolaus I. mit dem britischen Botschafter in Russland die Möglichkeit einer Aufteilung des Balkans und einer befristeten Besetzung Konstantinopels und der Meerengen durch russische Truppen.

In Konstantinopel kam es zwar zu einer gütlichen Einigung hinsichtlich der heiligen Stätten in Palästina. Die ultimative Forderung des Zaren, die Schutzherrschaft Russlands über die orthodoxen Christen im Osmanischen Reich anzuerkennen, lehnten die Osmanen jedoch mit französischer und britischer Rückendeckung als Eingriff in ihre Souveränität ab. Daraufhin besetzte Russland am 1. Juli 1853 die osmanischen Donaufürstentümer Moldawien und Walachei. Die europäischen Großmächte versuchten vergeblich, einen Kompromiss zwischen Russland und dem Osmanischen Reich herbeizuführen. Am 4. Oktober 1853 erklärte das Osmanische Reich im Vertrauen auf britische und französische Unterstützung Russland den Krieg.