Naher Osten
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Naher Osten
2. Die ersten Hochkulturen

Den frühen Völkern des Nahen Ostens gelang es allmählich, entlang der großen Ströme Nil, Euphrat, Tigris und Indus Land im Bewässerungsfeldbau zu kultivieren. Die ersten Reiche waren Ägypten und Sumer; sie entstanden noch vor 3000 v. Chr. Die Sumerer wurden zunächst von den semitischen Stämmen der Akkadier und Amoriter (Amurru) aus dem Süden, später von indoeuropäischen Völkern aus dem Norden unterworfen, was zur Entstehung des Reiches Babylonien in Mesopotamien, dem Land zwischen Euphrat und Tigris, führte. Die Ägypter wurden von den semitischen Hyksos angegriffen, konnten diese jedoch wieder vertreiben, und errichteten ein mächtiges Reich. Um 1000 v. Chr. erschütterte eine erneute Welle von Invasionen den Raum, und in der Folge entstanden die Königreiche Phönizien und Israel. Die Phönizier betrieben ausgiebigen Seehandel und entwickelten eines der ersten Alphabete. Die Israeliten waren das erste Volk, das an einen einzigen, allmächtigen Gott glaubte, der sich durch heilige Schriften offenbarte. In Assyrien lebte ein kriegerisches Volk, das Werkzeuge und Waffen aus Eisen entwickelte und nach Mesopotamien expandierte.

Im 6. Jahrhundert v. Chr. eroberten die Perser den gesamten Nahen Osten und führten ein Regierungssystem ein, das zum Vorbild für alle nachfolgenden Reiche wurde. Persien erstreckte sich über den gesamten Raum zwischen Indus und Nil. Die Untertanen des Reiches durften ihren jeweiligen Glauben und ihre Bräuche bewahren, solange sie die persischen Gesetze befolgten, dem persischen Staat Steuern entrichteten und die Männer der Armee dienten. Die Völker des Reiches waren zwar durch Straßen, Postverkehr und eine gemeinsame Verwaltungssprache miteinander verbunden, regelten jedoch nach wie vor den Großteil ihrer Angelegenheiten eigenständig. Staatsreligion war der Zoroastrismus (aus dem sich der Parsismus entwickelte), aber auch andere Religionen wurden geduldet. Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde Persien, das inzwischen von Rebellionen und inneren Konflikten geschwächt war, von Alexander dem Großen aus Makedonien erobert.