Silber
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Silber
2. Eigenschaften

Silber besitzt von allen Metallen die höchste Wärme- und elektrische Leitfähigkeit und ist nach Gold das geschmeidigste und dehnbarste Metall. So lässt es sich zu zwei Tausendstelmillimeter (0,002 Millimeter) dünnen Blechen aushämmern oder zu Filigrandrähten ausziehen, die bei einer Länge von nahezu zwei Kilometern nur ein Gramm wiegen. Die Härte von 2,7 ist der von Gold (Härte 2,5) und von Kupfer (Härte 3,0) vergleichbar. Silber schmilzt bei 962 °C, siedet bei 2 212 °C und besitzt eine relative Dichte von 10,5. Seine relative Atommasse beträgt 107,868 u.

Aufgrund seiner Stellung in der elektrochemischen Reihe ist das Edelmetall chemisch gesehen nicht sehr aktiv. So reagiert Silber bei Raumtemperatur nicht mit Sauerstoff und Wasser. Allerdings lassen Spuren von Schwefelwasserstoff (H2S) Silber schwärzlich anlaufen, weil sich an der Metalloberfläche schwarzes Silbersulfid (Ag2S) bildet. In konzentrierter Salpeter- oder Schwefelsäure löst sich Silber erst bei höheren Temperaturen. Die Auflösung von Silber in wässrigen Cyanidlösungen (siehe Blausäure) gelingt unter Luftzufuhr:

2Ag +H2O +1/2O2 + 4NaCN → 2Na[Ag(CN)2] + 2NaOH.

Die Reaktion von silberhaltigen Erzen mit Cyanidlösungen macht man sich bei der Silbergewinnung zunutze (siehe unten).