Silber
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Silber
5. Silbergewinnung

Aus Silbererzen lässt sich das Edelmetall mit Hilfe wässriger Cyanidlösungen herauslösen. Dieses Verfahren nennt man Cyanidlaugerei, wobei im Fall der häufig vorkommenden Silbersulfiderze drei Reaktionen ablaufen:

(1) Ag2S + 4NaCN → 2Na[Ag(CN)2] + Na2S.

Um das Gleichgewicht der ersten Reaktion zum Vorteil von Natriumdicyanoargentat(I) (Na[Ag(CN)2]) zu verschieben, wird Luft in die Lösung geblasen; das Natriumsulfid (Na2S) wird oxidiert:

(2) 2Na2S + 2O2 + H2O → Na2S2O3 + 2NaOH.

Anschließend wird durch Zugabe von unedlerem Zink das Silber ausgefällt und abfiltriert:

(3) 2Na[Ag(CN)2] + Zn → Na2[Zn(CN)4] + 2Ag.

Um Silber aus Bleierzen zu isolieren, kommt z. B. das Parkes-Verfahren zum Einsatz. Es nutzt die Tatsache, dass sich Blei und Zink bei Temperaturen unterhalb von 400 °C nicht miteinander mischen und Silber leichter in geschmolzenem Zink löslich ist als in geschmolzenem Blei. Silber und Zink verbinden sich zu einer Legierung, die sich von dem geschmolzenen Blei scheidet und einen leicht abzuschöpfenden Schaum bildet. Das Zink wird anschließend durch Destillation vom Silber getrennt. Aus Zinkerzen kann man Silber nach Vorbehandlung ebenfalls durch Destillation gewinnen. Bei der elektrolytischen Verarbeitung von Kupfererzen reichert sich Silber (auch Gold) im so genannten Anodenschlamm an. Dieser wird mit Schwefelsäure vom restlichen Kupfer und durch oxidierende Schmelzprozesse von anderen unerwünschten Produkten befreit.

Das in diesen Prozessen gewonnene Rohsilber wird üblicherweise auf elektrolytischem Weg gereinigt: Das Rohsilber wird zu etwa einen Zentimeter dicken Platten geformt und als Anode (siehe Elektrode) in ein Silbernitratbad gestellt; als Kathode dient eine Platte aus Feinsilber. Bei der Elektrolyse lösen sich Silberionen aus der Anode, wandern zur Kathode und scheiden sich dort als verästelte Silberkristalle ab. Die Kristalle werden kontinuierlich von der Kathode abgestreift und gesammelt.