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Obdachlosigkeit

Obdachlosigkeit, Situation von Menschen, die ohne eine menschenwürdige Unterkunft leben.

Das Sozialhilferecht definiert Obdachlose als Personen, die als Nutzungsberechtigte ohne Mietvertrag in Notunterkünften, so genannten Obdachlosenasylen, leben. Aber auch die so genannten Nichtsesshaften sind als Menschen ohne Obdach zu der Gruppe der Obdachlosen zu rechnen. In Deutschland schätzte man die Zahl der auf der Straße lebenden Obdachlosen 2004 auf etwa 20 000. Außerdem lebten etwa 345 000 Menschen als Wohnungslose in anderen Haushalten. Weltweit leben nach Schätzungen der Vereinten Nationen deutlich mehr als eine Milliarde Menschen in menschenunwürdigen Wohnverhältnissen.

Zur Erklärung der in den achtziger und neunziger Jahren dramatisch gestiegenen Obdachlosigkeit sind viele Gründe vorgebracht worden. In dieser Zeit nahm in allen Industrieländern die Armut zu, besonders in den innerstädtischen Bereichen, in denen die meisten obdachlosen Menschen leben. Gleichzeitig nahm das Angebot an Wohnungen für niedrige Einkommen in vielen Städten kontinuierlich ab. Die Wartezeiten für staatlich subventionierte Wohnungen belaufen sich auf mehrere Jahre, und die Erhöhungen der Sozialhilfezahlungen haben im Allgemeinen nicht mit der Inflation Schritt gehalten (siehe Wohngeld).

Hauptziel der Obdachlosenhilfe ist es, dass die Obdachlosigkeit nicht weiter zunimmt und die Grundbedürfnisse der Obdachlosen erfüllt werden. Die wichtigsten Ansatzpunkte beim Kampf gegen die Obdachlosigkeit sind die Verringerung von Arbeitslosigkeit und die Errichtung von preiswerten Wohnungen. Des Weiteren sind die Betreuung von Familien sowie Freizeitangebote für Jugendliche zu nennen.

Siehe auch sozialer Wohnungsbau