Entwicklungshilfe
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Entwicklungshilfe
3. Internationaler Vergleich

1970 machten die Vereinten Nationen den entwickelten Staaten des Nordens den Beitrag von 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung zur Zielvorgabe für die ab 1980 zu leistende Entwicklungshilfe. Bis heute bleiben die meisten Industriestaaten nach offiziellen Angaben weit darunter. Darüber lagen regelmäßig die skandinavischen Länder sowie Luxemburg und die Niederlande. Deutschland bewegte sich meist im unteren Mittelfeld, die USA – in absoluten Zahlen der größte Geberstaat vor Japan – lagen stets auf einem der letzten Plätze.

Noch ernüchternder sieht die Bilanz aus, wenn man der regierungsunabhängigen britischen Organisation ActionAid folgt. Nach ihren Erkenntnissen kommen weniger als 40 Prozent der Mittel, die von den im Entwicklungshilfekomitee der OECD vertretenen Geberländern bereitgestellt werden, überhaupt als „echte Hilfe” bei den Bedürftigen an. Die übrigen Mittel wurden als „Phantomhilfe” eingestuft; ein Teil davon sei reines „Phantomgeld” in Form verrechneter Schuldenerlasse ohne jeglichen Zusatznutzen. Außerdem würde der größte Teil der Entwicklungshilfe durch die Zweckbindung an Investitionen in ineffiziente technische Hilfsprojekte und die Nötigung zum Kauf überteuerter Güter, in erster Linie aus den Industrieländern, neutralisiert. Der Rest fiele Verschwendung zum Opfer, würde von den Verwaltungs- und Transaktionskosten aufgefressen oder versickere in dunklen Kanälen.