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Emil Jannings

Emil Jannings, eigentlich Theodor Emil Janenz, (1884-1950), deutscher Film- und Theaterschauspieler. Jannings wurde am 23. Juli 1884 in Rorschach (Schweiz) geboren und begann seine Bühnenlaufbahn 1915 in Berlin bei Max Reinhardt. Er machte sich einen Namen als Darsteller lebendiger, einprägsamer Charaktere, wie des Dorfrichters Adam in Kleists Zerbrochenem Krug (1937 mit Jannings in der Hauptrolle verfilmt). Sein Ruf als Theaterschauspieler und der damalige Aufschwung des deutschen Filmes begünstigten Jannings’ Karriere vor der Kamera. Er arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Ernst Lubitsch und F. W.  Murnau (Der letzte Mann, 1924) und ging 1926 nach Hollywood. Jannings war der erste, der einen Oscar als bester Darsteller erhielt, und zwar für seine Rollen in Der Weg allen Fleisches von Victor Fleming (1927) und Sein letzter Befehl (1928) von Josef von Sternberg. Mit Beginn der Tonfilmzeit kehrte Jannings, der das Englische nur mangelhaft beherrschte, 1929 nach Deutschland zurück. Seine erste große Sprechrolle im Film war die des Professor Unrat in der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann. Jannings spielte hier an der Seite von Marlene Dietrich, die der Regisseur Josef von Sternberg soeben für den Film entdeckt hatte, und Der Blaue Engel (1930) wurde zum Klassiker einer ganzen Filmepoche.

Nach 1930 wurden Jannings’ Auftritte auf der Bühne und beim Film immer spärlicher. Seine Sympathie für die Nationalsozialisten verhalf ihm 1940 zu einem leitenden Posten bei der Universum-Film-Aktiengesellschaft (UFA). Folgerichtig stellte er nun auch seine Schauspielkunst in den Dienst ideologisch gefärbter Filme wie Ohm Krüger (1940). Seine prominente Stellung im Kulturleben des Dritten Reiches ließ sein Ansehen als Mensch und Künstler nach dem Krieg schwinden. 1945 zog er sich nach Strobl in Österreich zurück, wo er am 2. Januar 1950 starb.