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Alliierte

Alliierte (von französisch allier: verbünden), Bezeichnung für Staaten, die sich in einer Allianz (von französisch alliance: Bündnis) förmlich verbunden haben. Die Allianz, meist für eine bestimmte militärische Zielsetzung geschlossen, kann defensiv oder offensiv ausgerichtet sein.

Als historische Bezeichnung wird der Begriff Alliierte u. a. auf die europäischen Mächte angewandt, die sich in den Freiheitskriegen (1813-1815) gegen das napoleonische Frankreich verbündet haben.

Nach dem heutigen Sprachgebrauch versteht man unter den Alliierten meist die Gegner der Mittel- bzw. Achsenmächte des 1. Weltkrieges und vor allem des 2. Weltkrieges. Die Alliierten des 1. Weltkrieges umfassten 1914 zunächst die Mächte der Tripelentente von 1907 (Frankreich, Russland und Großbritannien), die sich mit Serbien und Belgien gegen die Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn (später auch Bulgarien und Türkei) verbündet hatten. Bis 1917 schlossen sich den Alliierten u. a. Italien, Rumänien und Japan an. Die USA unter Präsident Wilson traten den Alliierten 1917 lediglich als „assoziierte Macht” bei, da sie die Kriegsziele der Ententemächte nicht teilten. Nach dem Kriegseintritt der USA kamen weitere außereuropäische Staaten, darunter Brasilien und China, zu den Gegnern der Mittelmächte hinzu. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges 1918 traten diese gemeinsam als „Alliierte und assoziierte Mächte” auf.

Im 2. Weltkrieg standen den Achsenmächten (Deutschland, Italien und Japan) als Gegner zunächst die Westmächte Großbritannien und Frankreich, außerdem weitere Staaten wie Australien und Kanada gegenüber. Die von Hitler bis 1941 überfallenen Staaten befanden sich meist – wie etwa Polen – über ihre Exilregierungen im Kriegszustand mit Deutschland. 1941 traten u. a. die USA und – als Reaktion auf den deutschen Angriff – die UdSSR, bis 1945 zahlreiche weitere Staaten in die Anti-Hitler-Koalition ein.

Als Alliierte des 2. Weltkrieges im engeren Sinne werden die vier Siegermächte verstanden. Auf der Konferenz von Jalta (Februar 1945) einigten sich die USA, UdSSR und Großbritannien auf eine gemeinsame Deutschland-Politik. Zusammen mit Frankreich übernahmen sie als Besatzungsmächte nach Kriegsende die oberste Gewalt über Deutschland. Diese „Alliierten Mächte” richteten als gemeinsame Kontrollorgane für Deutschland den Alliierten Kontrollrat und für Berlin die Alliierte Hohe Kommandantur ein, aus denen die Sowjetunion 1948 im Zuge des Ost-West-Konflikts austrat. In der Bundesrepublik Deutschland bestand ab ihrer Gründung 1949 die Alliierte Hohe Kommission als Organ der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bis zur Aufhebung des Besatzungsstatuts 1955. Siehe Zwei-plus-Vier-Vertrag