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Jugend

Jugend, gesellschaftlich und historisch bestimmter Lebensabschnitt zwischen Kindheit und Erwachsenenalter.

Die Jugendzeit ist in der abendländischen Geschichte seit der Antike als relativ eigenständige Lebensphase bekannt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war sie ein Privileg männlicher Heranwachsender der Oberschicht, bei allen anderen sozialen Gruppen schloss sich der Eintritt in das Erwachsenenalter mehr oder minder unmittelbar an die Kindheit an. Insbesondere durch die Ausbreitung der Schule und der Schulpflicht im 18. und 19. Jahrhundert und durch die Entbindung von Jugendlichen aus vorrangig ökonomisch bestimmten Notwendigkeiten im 20. Jahrhundert wurde die Jugendphase für breite soziale Gruppen zu einer Phase der Vorbereitung und der Identitätsfindung (ein pädagogisch bestimmter Schonraum als psychosoziales Moratorium). In modernen Gesellschaften hat sich dieser Lebensabschnitt immer mehr verlängert, da der Eintritt ins Erwachsenenalter – ungenau dadurch bestimmt, wann eine Person in das Berufsleben eintritt oder eine eigene Familie gründet – immer später erfolgt (so genannte Postadoleszenz). Auch die Abgrenzung von Kindes- und Jugendalter ist schwierig geworden, und je nachdem ob stärker die biologischen, die kognitiven oder die emotional-sozialen Aspekte der Entwicklung betont werden, ergeben sich unterschiedliche Abgrenzungskriterien zwischen Kindheit und Jugend (Entstrukturierung des Jugendalters). In nichtabendländischen Kulturen ist die Jugendzeit in aller Regel von kürzerer Dauer, oder Kinder werden abrupt in die Welt der Erwachsenen initiiert.

Siehe auch Jugendfürsorge; Jugendbewegung; Jugendkriminalität; Jugendreligionen