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Lotosblume, Gattung der Lotosblumengewächse, die mit ein oder zwei Arten in Nordamerika und in warmen Gebieten Asiens und Australiens verbreitet ist.
Lotosblumen sind mehrjährige Wasserpflanzen mit aus dem Wasser ragenden, großen, schildförmigen Schwimmblättern, die einem waagerechten Wurzelstock entspringen. Die Oberfläche der Blätter ist wegen eines in winzige Noppen strukturierten Wachsüberzugs praktisch unbenetzbar; dies wird als Lotos-Effekt bezeichnet (die sowohl für diesen Effekt als auch für Lotosblumen häufig verwendete Schreibweise „Lotus” ist eigentlich den wissenschaftlichen Namen anderer Pflanzen vorbehalten, etwa dem Hornklee).
Lotosblumen bilden lang gestielte, bis zu 35 Zentimeter große, einfache oder gefüllte Blüten mit zahlreichen Kron- und Staubblättern. Die in Nord- und Mittelamerika verbreitete Amerikanische Lotosblume blüht blassgelb, die von Indien bis Australien verbreitete Indische Lotosblume dagegen rosa bis weiß. Die Temperatur im Blüteninnern kann gegenüber der Umgebungstemperatur deutlich erhöht sein: Indische Lotosblumen halten über mehrere Tage eine Temperatur von 30 bis 35 °C, selbst wenn die Lufttemperatur auf 10 °C fällt. Die Wärmeproduktion geht vor allem vom Blütenboden aus; von ihr profitieren bestäubende Insekten und somit auch die Pflanze. Die Blüten zerfallen bereits am dritten Tag; die in die Blütenachse eingesenkten, haselnussgroßen Früchte werden roh oder geröstet gegessen. Auch Blätter, Stängel und Wurzelstock werden als Gemüse verzehrt.
Wegen des Lotos-Effekts spielt die Lotosblume in der Religion, Kultur und Kunst Ostasiens als Sinnbild für Reinheit und Regeneration eine bedeutende Rolle. So werden Lotosblumen häufig in buddhistischen Tempelgärten kultiviert. Mit Lotosblumen werden im Hinduismus und Buddhismus auch die verschiedenen Energiezentren des Menschen, die Chakren, symbolisiert.
Zu einer anderen Familie, den Seerosengewächsen, gehört die weiß blühende Ägyptische Lotosblume, die insbesondere in der ägyptischen Antike von großer kultureller Bedeutung war.
Systematische Einordnung: Lotosblumen bilden die Gattung Nelumbo. Sie wurden früher den Seerosengewächsen zugeordnet, heute jedoch in eine eigene Familie Nelumbonaceae gestellt. Die Amerikanische Lotosblume heißt wissenschaftlich Nelumbo lutea (auch Nelumbo nucifera lutea), die Indische Lotosblume heißt Nelumbo nucifera (oder Nelumbo nucifera nucifera). Die Ägyptische Lotosblume heißt Nymphaea lotus.