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Mogul

Mogul, muslimische Dynastie, die in Indien ab 1525 ein Großreich errichtete. 1525 eroberte Babur von Afghanistan aus die indische Ebene. Sein Sohn Humayun versuchte die Herrschaft zu festigen, musste 1542 jedoch vor dem Afghanen Sher Shah nach Persien fliehen. 1554 kehrte er zurück, besiegte Sher Shahs Nachfolger und errichtete das Mogulimperium neu. Als er wenig später starb, übernahm sein minderjähriger Sohn Akbar (1556-1605) die Macht. In seiner fast fünzigjährigen Regierungszeit bemühte Akbar sich um ein friedliches Zusammenleben von Muslimen und Hindus und nahm verschiedene politische, wirtschaftliche sowie militärische Reformen in Angriff. Er führte für Angehörige der herrschenden Schicht Dienstgrade und Gehaltsstufen ein (mansab-System), etablierte die Silberrupie und schaffte dadurch erhebliche Handelserleichterungen. Neue militärische Taktiken und der gezielte Einsatz von Feuerwaffen sicherten die strategische Überlegenheit. Unter Akbar umfasste das Mogulreich neben dem indischen Kernland auch Afghanistan und Bengalen. Unter Jahangir (1608-1627) und Shah Jahan (1627-1658) gelangte das Reich zu kultureller Blüte. Gebietsausweitungen des letzten großen Mogulkaisers, Aurangseb (1658-1707), verstärkten die Auflösungstendenzen des riesigen Imperiums. Zeitgleich stiegen im südindischen Staat Bijapur die Marathen auf. 1739, kurz vor Beginn der indischen Kolonialära, fiel der persische Herrscher Nadir Shan in Nordindien ein, plünderte Delhi und besiegelte das Ende des Mogulreiches.