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Edward Sapir

Edward Sapir (1884-1939), amerikanischer Linguist und Ethnologe deutscher Abstammung.

Sapir wurde am 26. Januar 1884 in Lauenburg (Pommern) geboren und übersiedelte 1889 mit seinen Eltern nach New York. Er erarbeitete sich ein umfängliches Wissen in afrikanischen, asiatischen und europäischen Sprachen und übernahm 1925 in Chicago (Illinois) ein Professur für Anthropologie und Linguistik. Hier widmete sich Sapir, der als einer der führenden Vertreter der Ethnolinguistik gilt, vor allem der vergleichenden Sprachforschung, insbesondere den Sprachen der nordamerikanischen Indianer. 1931 wurde er Professor für Ethnologie und Linguistik an der Yale University in New Haven (Connecticut). Sein Hauptwerk Language von 1921 liegt auch in deutscher Übersetzung vor (Die Sprache, München, 1961). In Europa wurde Sapir vor allem durch die nach ihm und seinem Schüler Benjamin Lee Whorf benannte Sapir-Whorf-Hypothese bekannt. Sie wird auch sprachliches Relativitätsprinzip genannt und setzt sich von der Vorstellung ab, Sprache sei nur ein Werkzeug (des Denkens oder der Kommunikation). Vielmehr hätten Studien der Hopi-Sprache gezeigt, dass deren Struktur das Weltbild beeinflusse und somit eine andere Sicht der Dinge bewirke als etwa die indoeuropäischen Sprachen. Die Sapir-Whorf-Hypothese ist bis heute umstritten und wird in ihrer extremen Ausprägung kaum mehr vertreten. Grundlegendes leistete Sapir auch auf dem Gebiet der Sprachtypologie. Edward Sapir starb am 4. Februar 1939 in New Haven (Connecticut).