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| 3. | Externe und interne Ursachen der Schuldenkrise |
Als äußere Ursachen sind zunächst die steigenden Ölpreise bzw. die damit verbundenen weltwirtschaftlichen Rezessionen während der siebziger Jahre zu nennen. Sie führten vor allem in Erdöl importierenden Ländern zu starken Belastungen durch die Verteuerung der Importe, während gefallene Erdölpreise den Exportländern ab 1985 die Rückzahlung ihrer Kredite erschwerten. Gleichzeitig suchten die erdölexportierenden Staaten nach Anlagemöglichkeiten für ihre enormen Überschüsse. So war es vielen Entwicklungsländern möglich, relativ problemlos neue Kredite aufzunehmen. Als weitere Gründe für die steigende Verschuldung gelten der Verfall der Weltmarktpreise für andere Rohstoffe, die Entwicklungsländer produziert und exportiert hatten, sowie der zunehmende Protektionismus in den Industrieländern. Die Instabilität der Kreditzinsen und ein schwankender Dollarkurs trugen ebenfalls zur Zunahme der Verschuldung bei. Sie verstärkte sich außerdem durch die zum Teil relativ sorglose Vergabe von Krediten, die Banken Entwicklungsländern gewährten, ohne die entsprechenden Voraussetzungen dafür zu prüfen.
In den Empfängerländern wurden dagegen die gewährten Gelder zum Teil wenig sinnvoll eingesetzt oder sogar zweckentfremdet. Wegen unzureichender Planung flossen die Summen oftmals in wenig effiziente Projekte bzw. verschwanden im stark ausgedehnten staatlichen oder privaten Konsum. Neben diesen Faktoren hatte insbesondere die verfehlte Politik in Entwicklungs- und Schwellenländern Anteil an der steigenden Verschuldung. Zu nennen sind dabei die Überbewertung der einheimischen Währung bzw. die Benachteiligung von Wirtschaftsbereichen, die eigentlich komparative Vorteile aufweisen (siehe Freihandel).