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| 4. | Methoden |
So trivial die Frage nach den Bausteinen eines Satzes klingt, so wichtig ist es, für ihre Beantwortung auf streng wissenschaftliche Methoden zurückzugreifen. Dass Sätze aus Wörtern bestehen, ist somit nur in einem bestimmten Sinn richtig. Vielmehr muss angenommen werden, dass Wörter nicht die unmittelbaren Bausteine von Sätzen sind. Zwei Leitgedanken der Analyse hatten dabei großen Einfluss auf die Theoriebildung.
| 1. | Konstituenz |
Mit Hilfe operationaler Verfahren gelingt es zu zeigen, dass Wörter zu größeren Einheiten (Konstituenten) zusammengefasst sind, die nach bestimmten Regeln hierarchisch aufgebaut sind. Zu diesen Verfahren zählen etwa die Verschiebeprobe und die Ersatzprobe. Ein Satz wie „Der Bauer melkt die Kuh.” besteht demnach unmittelbar aus den Konstituenten „Der Bauer” und „melkt die Kuh”, da jede dieser Konstituenten z. B. als Einheit ersetzt werden kann, „Der Bauer” etwa durch das Pronomen „Er” und „melkt die Kuh” durch „schläft”. Ebenso besteht „melkt die Kuh” aus dem Verb „melkt” und der Nominalphrase „die Kuh”. Wörter sind somit nicht die unmittelbaren Bausteine des Satzes. Auch syntaktische Prozesse betreffen nach dieser Auffassung stets Konstituenten, auch wenn eine Konstituente lediglich aus einem Wort bestehen sollte.
| 2. | Dependenz |
Zudem gibt es Bausteine, die eine zentralere Funktion ausüben und die Anwesenheit bzw. Form anderer Bausteine bestimmen. So wird in den meisten Ansätzen das Verb als Zentrum des Satzes gesehen. Solche Strukturen, die aus einer zentraleren Komponente und anderen von ihr abhängigen Elementen bestehen, werden nach Bloomfield als endozentrische Strukturen bezeichnet.
In einem Satz wie „Peter schenkt Petra ein Buch.” ist es z. B. nicht möglich, eines der drei Argumente (Peter, Petra, Das Buch) wegzulassen, da das dreiwertige Verb „schenken” diese als obligatorische Ergänzungen erfordert (siehe Valenz). Eine andere Art von Abhängigkeit wird traditionell als Rektion bezeichnet. Der Kasus (Akkusativ) des Objektes (ein Buch) wird vom Verb (schenken) bestimmt. Man sagt, dass das Verb den Kasus des Objektes regiert. Diese Prinzipien der Konstituenz und der Dependenz finden sich mit unterschiedlich starker Gewichtung in nahezu allen heutigen Syntaxtheorien.