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Turnhallenkonferenz

Turnhallenkonferenz, zwischen 1975 und 1977 in der ehemaligen Turnhalle von Windhuk tagende Versammlung, die eine Verfassung für Namibia ausarbeiten sollte.

Da die Westmächte nach dem Zusammenbruch der portugiesischen Kolonialherrschaft in Moçambique und Angola befürchteten, die Krise im südafrikanischen Raum könne sich unkontrolliert ausweiten, forderten sie die südafrikanische Regierung auf, die Unabhängigkeit Namibias durch eine Verfassung gebende Konferenz vorzubereiten. Am 1. September 1975 begannen die Beratungen, zu denen Südafrika nur einen ausgewählten Teilnehmerkreis zugelassen hatte. Insbesondere fehlte die SWAPO (South West Africa People’s Organization), welche die UNO als einzige rechtmäßige Vertreterin der Bevölkerung Namibias anerkannt hatte. Die 1977 fertig gestellte Verfassung, die eine nach ethnischen Kriterien zusammengesetzte Nationalversammlung, einen Ministerrat, regionale und damit ethnisch getrennte Parlamente sowie Lokalverwaltungen vorsah und die weißen Regionen einseitig bevorzugt hätte, trat auf internationalen Druck hin nicht in Kraft. Ohnehin hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bereits 1976 freie Wahlen in Namibia unter Aufsicht der UNO gefordert. Der verhandlungsbereite Flügel der weißen Nationalen Partei Namibias spaltete sich in der Folge ab und bildete mit den Stammesparteien der elf Turnhallendelegationen die Demokratische Turnhallen-Allianz.