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Paul Wegener (1874-1948), Schauspieler und Filmregisseur. Er wurde am 11. Dezember 1874 in Arnoldsdorf bei Briesen (heute Wabrzezno, Polen) geboren und war zunächst als Bühnenschauspieler tätig. Ab 1906 arbeitete er an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin, wo er vor allem Charakterrollen (Macbeth, Ödipus, Jago, Mephisto etc.) spielte. 1913 gab Wegener sein Leinwanddebüt als Doppelgänger in dem phantastischen Film Der Student von Prag. In der Folge war er häufig zugleich als Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler tätig und wurde zu einem Wegbereiter des anspruchsvollen deutschen Stummfilms. So spielte er u. a. in den Märchenfilmen Rübezahls Hochzeit (1916), Hans Trutz im Schlaraffenland (1917) und Der Rattenfänger (1918), bei denen er auch Regie führte. Gewöhnlich verkörperte Wegener dämonische Figuren, wie in seinem Meisterwerk Der Golem, wie er in die Welt kam (1914, nach dem Roman von Gustav Meyrink; neue expressionistische Fassung 1920). Während der Dritten Reiches arrangierte er sich zeitweilig mit den Nationalsozialisten und übernahm auch Rollen in Propagandafilmen wie Hans Westmar (1933). Darüber hinaus gehörte er zwischen 1938 und 1943 zum Ensemble des Schiller-Theaters. Regiearbeiten dieser Zeit waren Ein Mann will nach Deutschland (1934), Moskau – Shanghai (1936), Die Stunde der Versuchung (1936) und Unter Ausschluss der Öffentlichkeit (1937). Unmittelbar nach Kriegsende war Wegener als Gotthold Ephraim Lessings Nathan der Weise wieder in Berlin auf der Bühne zu sehen. Nach 1945 avancierte er zum ersten Präsident der Kammer der Kulturschaffenden in Berlin. Wegener starb am 13. September 1948 ebendort.