Märzrevolution
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Märzrevolution
3. Wien

In Österreich musste nach Ausbruch der liberalen Revolution der Staatskanzler Metternich als Repräsentant des restaurativen Systems am 13. März 1848 zurücktreten. Am 25. April schlug die Regierung Pillersdorf eine Verfassung vor, musste aber nach Protesten am 15. Mai einer verfassunggebenden Nationalversammlung zustimmen. Zwei Tage später floh der Kaiserhof vor den so genannten Maiaufständen in Wien, die bürgerkriegsähnlichen Charakter angenommen hatten, nach Innsbruck.

In den nichtdeutschen Gebieten der Donaumonarchie – in Ungarn, Böhmen, Galizien und Italien – war bereits vor 1848 die Nationalitätenfrage zu einem drängenden Problem geworden. Dort hatten sich nationale Bewegungen gebildet, die sich zusammen mit den liberalen Strömungen in der Märzrevolution von 1848 entluden. Zentren der Erhebungen waren Prag, Ungarn und Oberitalien. Der Prager Pfingstaufstand wurde militärisch niedergeschlagen, und bei Custoza bezwang Radetzky die piemontesischen Truppen, die die Erhebung der Lombardei unterstützt hatten. Ungarn wurde am 17. März die Bildung einer eigenen, liberalen Regierung unter Lajos Batthyány zugestanden; aber bereits im September kam es zum Bruch zwischen Wien und Budapest und zur Entsendung von österreichischen Truppen nach Ungarn.

In Reaktion auf die Vorgänge in Ungarn kam es in Wien zum von radikalen Kräften getragenen „Oktoberaufstand”, den das Militär niederschlug. Hierbei wurde der Frankfurter Abgeordnete Robert Blum, der sich an dem Aufstand beteiligt hatte, standrechtlich erschossen.

Der am 22. Juli eröffnete konstituierende Reichstag war unterdessen an der Nationalitätenfrage im Vielvölkerstaat und der damit konkurrierenden deutschen Frage gescheitert; im November 1848 wurde der Reichstag erneut einberufen, und zwar nach Kremsier; ebenfalls im November wurde der gegenrevolutionäre Felix von Schwarzenberg, der einen autokratischen, zentralistischen Staat anstrebte, zum Ministerpräsidenten ernannt. Im Dezember erreichte Schwarzenberg die Abdankung des geistesschwachen Kaisers Ferdinand I. zugunsten seines Neffen Franz Joseph I. Im März 1849 wurde der Reichstag aufgelöst, nachdem es ihm nicht gelungen war, eine föderalistische, liberale Verfassung durchzusetzen, und es wurde eine Verfassung oktroyiert, mit der ein zentralistischer Einheitsstaat geschaffen werden sollte (siehe Märzverfassung). Ungarn, das sich unter der Führung von Lajos Kossuth im April 1849 für unabhängig erklärt hatte, wurde mit russischer Hilfe im August besiegt. Damit war die Märzrevolution in der Donaumonarchie beendet.