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DAX®-Index, Kennzahl für die Wertentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktien, der so genannten Blue Chips. Der DAX® wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung entwickelt und am 1. Juli 1988 eingeführt. Die Börsen-Zeitung hatte von 1959 bis 1988 einen eigenen Index veröffentlicht, wobei der DAX® die Fortsetzung dieses Index darstellt.
Der DAX® repräsentiert rund 70 Prozent des gesamten Grundkapitals deutscher börsennotierter Aktiengesellschaften sowie über 75 Prozent der in inländischen Beteiligungspapieren getätigten Börsenumsätze. Für die Auswahl der im DAX® vertretenen 30 Standardwerte sind neben dem Börsenumsatz insbesondere auch eine hohe Börsenkapitalisierung sowie ein hoher Handelsumsatz ausschlaggebend. Die Zusammensetzung des DAX® wird vierteljährlich von der Deutsche Börse AG überprüft und gegebenenfalls geändert (durch Austausch von Werten). Allgemein hat die Deutsche Börse AG im August 2002 die Regeln für die Herausnahme von Werten aus dem DAX® und auch aus anderen deutschen Aktienindizes erweitert. So kann der Wert eines Unternehmens, unabhängig von den Überprüfungsterminen, dann aus den Aktienindizes herausgenommen werden, wenn der Streubesitz (der frei handelbare, nicht in festen Händen befindliche Anteil der Aktien) unter 5 Prozent sinkt oder das Unternehmen im Zuge eines Insolvenzverfahrens abgewickelt wird. Eine Herausnahme erfolgt in beiden Fällen mit Ablauf des zweiten vollen Handelstages nach der Bekanntgabe.
Der DAX® soll zum einen ein möglichst umfassendes und aktuelles Bild des gesamten deutschen Aktienmarktes liefern. Zum anderen dient er aber auch als Basis für Termingeschäfte, z. B. für so genannte Optionen und Futures. Aus diesem Grund hat man den DAX® als Laufindex konzipiert, d. h., er wird während der amtlichen Börsenzeit aus Preisen des XETRA®-Systems (seit Mai 1999) berechnet und alle 15 Sekunden aktualisiert. Als Ausgangspunkt dient der am 31. Dezember 1987 festgelegte Wert von 1 000 Punkten, Berechnungsgrundlage ist eine leicht modifizierte Laspeyres-Preisindex-Formel (siehe Laspeyres-Index). Den bislang höchsten Stand von über 8 000 Punkten erreichte der DAX® im März 2000.
Der Deutsche Aktienindex wird rechnerisch um die Erträge aus beispielsweise Dividendenauszahlungen oder Bezugsrechtsgewährungen bereinigt. Deshalb bezeichnet man ihn auch als Performanceindex, denn durch diese Bereinigung spiegelt er nur die vom Markt ausgelösten Kursveränderungen wider und eignet sich damit gut als Marktbarometer.
Neben dem DAX® gibt es weitere Indizes, die zur so genannten DAX®-Familie zusammengefasst werden. So umfasst z. B. der MDAX® jene 70 Aktienwerte, die den 30 Werten des DAX® nach dessen Kriterien folgen. Der MDAX® gibt im Prinzip die Kursentwicklung der Aktien mittelgroßer deutscher Aktiengesellschaften wieder – MDAX® steht sinngemäß für Mid-Cap-Index. Die Zusammensetzung des MDAX wird zweimal jährlich durch den Vorstand der Deutsche Börse AG überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Werte des DAX® und des MDAX® fassen Börsianer und Analysten häufig auch als DAX® 100 zusammen.
Ein weiterer Index, der so genannte SDAX® (sinngemäß Small-Cap-Index), darf nicht mit dem DAX® 100 verwechselt werden. Der SDAX® umfasste die 100 besten und umfasst seit 24. Juni 2002 die 50 besten deutschen Aktienwerte, die in der Reihenfolge hinter den Werten des DAX® 100 stehen. Wesentliche Aufnahmekriterien für den SDAX® sind Marktkapitalisierung, Börsenumsatz sowie die Höhe der Dividendenauszahlungen.
Schließlich umfasst der CDAX® (Composite DAX®) alle inländischen Werte des Amtlichen Handels, des Geregelten Marktes.
Siehe auch Wertpapierhandel und Finanzierung; Dow-Jones-Index