Morphologie (Sprache)
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Morphologie (Sprache)
2. Struktur der Wörter

Ausgangspunkt der Morphologie ist das Wort und seine Zerlegbarkeit. Ein Wort lässt sich in seine lautlichen Bestandteile (Phoneme) zerlegen. Phoneme sind dabei die kleinsten bedeutungsunterscheidenden (distinktiven) Merkmale. Mit den Phonemen beschäftigt sich die Phonologie. Die Morphologie hingegen zerlegt Wörter in bedeutungstragende und nicht bedeutungstragende Elemente.

Das Wort Zitronengeschmackpulver z. B. lässt sich in drei Morpheme aufspalten, die zugleich wieder Wörter sind: Zitrone-n, Geschmack und Pulver. Dabei trägt Zitrone zusätzlich das Pluralmorphem -n. Das Wort Unfreundlichkeit hingegen lässt sich zerlegen in un- (ein Präfix, das eine Negation zum Ausdruck bringt), Freund- (Wortstamm), -lich (Suffix, das eine Eigenschaft markiert) und -keit (Suffix, das einen Zustand oder eine Eigenschaft benennt).

Die kleinsten bedeutungstragenden Elemente, in die ein Wort zerlegt werden kann, nennt man Morpheme. Die Morphologie analysiert und beschreibt, wie diese Morpheme aussehen und welche Funktionen sie im Einzelnen haben. Wie bereits am Beispiel Unfreundlichkeit zu sehen, gibt es so genannte freie Morpheme, die für sich wiederum ein eigenständiges Wort sind wie z. B. freundlich oder Freund, aber auch so genannte gebundene Morpheme, die zwar eine grammatische Funktion haben, aber kein eigenständiges Wort sind. Besonders in agglutinierenden Sprachen (siehe Sprachtypologie) finden sich zahlreiche gebundene Morpheme, die in der Regel eine grammatische Funktion ausüben.