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| 3. | Flexion |
Innerhalb der Flexionsmorphologie betrachtet man, wie Wörter abgewandelt, also flektiert werden. In älteren Grammatiken nennt man diesen Zweig der Morphologie auch Formenlehre. Haus und Häuser sind so z. B. zwei Formen des Wortes Haus. Die Flexion richtet sich in diesem Fall nach dem Numerus, also einmal Singular und einmal Plural. Mit Hilfe der Flexionsmorphologie bzw. Flexionsmorpheme, die in der Regel gebundene Morpheme sind, können in vielen Sprachen folgende grammatikalische Kategorien zum Ausdruck gebracht werden: Aspekt, Genus, Genus verbi, Kasus, Modus, Numerus, Person und Tempus. In agglutinierenden Sprachen entspricht dabei ein Morphem einer grammatikalischen Kategorie, in flektierenden Sprachen übernimmt ein Morphem häufig mehrere Aufgaben. Das Morphem -st in singst markiert Genus verbi aktiv, Numerus Singular, 2. Person.
Zum Bereich der Flexionsmorphologie zählt im Deutschen auch die Komparation der Adjektive, also z. B. nett (Positiv, Grundstufe), nett-er (Komparativ) und am nett-esten (Superlativ). Auch in den Sprachen, die über Morphologie verfügen (keine Morphologie haben z. B. isolierende Sprachen), sind lediglich bestimmte Wortklassen morphologisch veränderbar: Dazu gehören meist Nomen, Adjektiv und Verb und in manchen Sprachen auch Pronomen und Numerale. Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen sind nicht flektierbar.