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Protektionismus (von lateinisch protectio: Schutz), eine Wirtschaftspolitik, die (im Gegensatz zum Freihandel) die Binnenwirtschaft vor ausländischen Mitbewerbern schützt.
Zu den üblichsten Formen des Protektionismus gehören hohe Einfuhrzölle (Schutzzölle), Kontingentierung, Devisenbewirtschaftung, Subventionierung einheimischer Unternehmungen und Einfuhrbeschränkung. Der Protektionismus kann sich auf die gesamte inländische Produktion oder auch nur auf einzelne Produktionszweige (z. B. die Landwirtschaft, Textilindustrie etc.) erstrecken. Die radikalsten Formen des Protektionismus sind Importverbote (Embargo), das staatliche Außenhandelsmonopol und das Prohibitivsystem (übertriebene Ausbildung des Schutzzollsystems). Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 verstärkte sich der Protektionismus weltweit. Das GATT (General Agreement of Tariffs and Trade; Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) versuchte seit 1948 mit Erfolg, den Protektionismus durch Senkung der Zölle und den Abbau von Außenhandelsbeschränkungen abzubauen und damit den Welthandel zu fördern. Im Agrarsektor hat sich der traditionelle Protektionismus zwar eher verstärkt, der internationale Warenverkehr wird heute aber weniger durch protektionistische Maßnahmen behindert als durch Beschränkungen im internationalen Zahlungs- und Kapitalverkehr, die der Wahrung beziehungsweise Wiederherstellung des Zahlungsbilanzgleichgewichts dienen. Seit den siebziger Jahren sind protektionistische Maßnahmen insofern zu beobachten, als beispielsweise Japan oder die USA Güterimporte durch Direktinvestitionen (die auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen dienen) zu ersetzen suchen. Andererseits bietet die zunehmende Internationalisierung der Produktion zahlreiche Möglichkeiten, den Protektionismus zu umgehen.